| Paulina Kamm |
| 23.10.2026 16:00 Uhr |
Stichhaltige und solide Informationen seien ein guter Angstvorbeuger. Hier sei, insbesondere bevor man das Gehörte an Dritte weitergibt, besonders auf potenzielle Desinformation zu achten. Folgende Fragen können zur Bewertung hilfreich sein: Handelt es sich um eine seriöse Quelle? Sind zum Beispiel im Impressum Klarnamen vorhanden? Werden Quellen angegeben? Beinhaltet die Information Fakten? Kann die Information durch weitere Quellen bestätigt werden?
Auf den Notfall kann man sich vorbereiten, indem man sich rechtzeitig informiert und Notfallpläne aufstellt. Auch Übungen können helfen: Wie kocht man ohne Strom? Was tun, wenn die Heizung ausfällt? Wie reagieren, wenn es brennt? Zur Notfallausrüstung gehören Schlüssel, Mobiltelefon und Geldbörse, warme Kleidung, Regenschutz, feste Schuhe, Wechselkleidung, eine geladene Powerbank, Erste-Hilfe-Material, persönliche Medikamente und Hygieneartikel, haltbare Lebensmittel und eine wiederbefüllbare Trinkflasche. »Bargeld sollte unbedingt griffbereit sein«, schreibt das BBK.
Auch auf Dokumente sei zu achten: Geburtsurkunde und Personalausweis, Grundbucheinträge oder Kaufverträge, Versicherungen, Schul- und Arbeitszeugnisse, Vollmachten oder gerichtliche Entscheidungen, Testamente, medizinische Befunde, Impfausweis oder Passwortlisten sowie eine Auswahl von Fotos, die man nicht verlieren möchte, sind Beispiele, die feuer- und wasserfest aufbewahrt werden sollen.
Was sich als Schutzraum eignet, sei sehr davon abhängig, um welche Notsituation es sich handle. Bei Gasen oder Dämpfen im Freien solle man in ein Gebäude gehen, in dem Türen und Fenster abgedichtet und geschlossen werden können. Obere Stockwerke eignen sich hier, da die meisten Gase schwerer als Luft sind und sich dadurch am Boden sammeln. Falls kein Gebäude in Reichweite ist, helfe zur Not auch ein Auto. Wenn Gase, Dämpfe oder gefährliche Flüssigkeiten wiederum drinnen ausgetreten sind, solle man das Gebäude verlassen.
Bei radioaktiven Stoffen oder Explosionen solle man sich hingegen so tief wie möglich, weg von Fenstern und Glasflächen, retten. Hierfür eignen sich Keller, Tiefgaragen und U-Bahn-Stationen. »Dicke Mauern und Erde erhöhen den Schutz vor Strahlung, Druckwellen und herumfliegenden Trümmern«, schreibt das BBK.
Auch bei Hochwasser, Starkregen, Sturz- oder Sturmfluten seien höher gelegene Bereiche oder Stockwerke am besten geeignet. Keller, Tiefgaragen, U-Bahn-Stationen und Unterführungen meiden, sei die Devise.
Wie gut Deutschland auf einen Krisenfall vorbereitet ist und worauf Apotheken achten sollten, war auch Thema der jüngsten Folge des PZ-Talks »Alex’ Doppelte Dosis« mit Oberstapotheker Bernd Klaubert, Leitender Apotheker und Inspizient Wehrpharmazie der Bundeswehr und seit Januar 2026 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie (DGWMP).