Die wichtigsten Pharmaunternehmen kamen 2025 aus den USA. / © Imago/NurPhoto
Mit Blick auf die aktuellen Diskussionen über die Kosten für patentgeschützte Arzneimittel in Deutschland lohnt sich auch ein Blick auf die weltweit umsatzstärksten Pharmaunternehmen und deren Blockbuster.
Wie eine aktuelle Analyse von Evaluate Pharma deutlich macht, erzielte das amerikanische Unternehmen Eli Lilly im Jahr 2025 einen Umsatz von 60,8 Milliarden US-Dollar und kletterte damit an die Spitze der Unternehmensrangliste nach Umsatz mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz um beträchtliche 20 Milliarden Dollar, was einem Zuwachs von 49 Prozent entspricht.
Die Tatsache, dass Eli Lilly im Jahr 2024 noch nicht unter den Top Ten der umsatzstärksten Unternehmen vertreten war, macht deutlich, welchen gewaltigen Sprung das Unternehmen innerhalb eines Jahres geschafft hat. Dieses beachtliche Wachstum begründet sich auf den durchschlagenden Erfolg von Tirzepatid für die Behandlung von Typ-2-Diabetes und Adipositas.
Auf dem zweiten Platz lag mit Johnson & Johnson (J&J) ein weiteres amerikanisches Pharmaunternehmen mit einem Umsatz aus Rx-Medikamenten von 59,3 Milliarden Dollar. Obwohl dies einen Anstieg von 3,6 Milliarden Dollar (6 Prozent) gegenüber 2024 bedeutet, wurde das Unternehmen aufgrund des rasanten Aufstiegs von Lilly von Platz 1 verdrängt, den es 2023 und 2024 innegehabt hatte.
Darzalex (Daratumumab), ein gegen CD38 gerichteter monoklonaler Antikörper (mAb) zur Behandlung des multiplen Myeloms, und Tremfya (Guselkumab), ein gegen IL-23 gerichteter mAb zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen, waren die größten Wachstumstreiber von Johnson & Johnson und trugen dazu bei, einen erheblichen Umsatzrückgang beim gegen IL-12/23 gerichteten mAb Stelara (Ustekinumab) zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen auszugleichen.
Nach Eli Lilly war Sanofi das Unternehmen mit dem zweitgrößten Wachstum im Jahr 2025. Das französische Unternehmen verzeichnete einen Umsatz von 49 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 4,9 Milliarden US-Dollar (11 Prozent) gegenüber 2024 entspricht. Trotz dieses Wachstums blieb Sanofis Rangposition mit Platz neun unverändert. Erneut war Dupixent (Dupilumab), ein gegen IL-4/13 gerichteter mAb zur Behandlung von atopischer Dermatitis, Asthma und anderen Immunerkrankungen, der große Wachstumsmotor des Unternehmens und steuerte gegenüber 2024 ein Umsatzplus von 3,6 Milliarden US-Dollar bei.
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Die Zahlen verdeutlichen die Dominanz amerikanischer Pharmaunternehmen und die Stärke der Schweiz mit den Unternehmen Roche und Novartis. Aus europäischer und deutscher Sicht fällt die Analyse ernüchternd aus. Lediglich das französische Unternehmen Sanofi und das britische Unternehmen Astra Zeneca können sich im Bereich Big Pharma behaupten, wohingegen kein deutsches Unternehmen in dieser Liga mitspielt.
Betrachtet man die Blockbuster-Medikamente des Jahres 2025, so zeigte sich an der Spitze der Rangliste Kontinuität. Keytruda (Pembrolizumab) von Merck & Co., ein PD1-gerichteter mAb für verschiedene solide Tumorindikationen, behauptete seine Spitzenposition mit einem Umsatz von 31,6 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 2,2 Milliarden US-Dollar (7 Prozent) gegenüber 2024 entspricht. 2025 war zudem das erste Jahr, in dem Merck einen Umsatzbeitrag durch die subkutane Keytruda-QLEX-Formulierung verzeichnete.
Die größte Dynamik war im Bereich Diabetes- und Adipositas-Medikamente zu beobachten, was Lilly an die Spitze der Unternehmensrangliste katapultiert hat. Im letzten Jahr belegte Lillys Mounjaro (Tirzepatid), die für Typ-2-Diabetes indizierte Version des GLP-1/GIP-Rezeptoragonisten, mit einem Umsatz von 23 Milliarden US-Dollar den zweiten Platz, was einem Anstieg von 11,4 Milliarden US-Dollar (99 Prozent!) gegenüber 2024 entspricht.
Lillys zweites Tirzepatid-Produkt Zepbound, das zur Adipositastherapie und bei Schlafapnoe indiziert ist, stieg 2025 mit einem Umsatz von 13,5 Milliarden US-Dollar auf Platz neun in die Top Ten ein, was einem Anstieg von 8,6 Milliarden US-Dollar (175 Prozent) gegenüber 2024 bedeutet.
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Ozempic (Semaglutid) von Novo Nordisk für die Behandlung des Typ-2-Diabetes belegte mit einem Umsatz von 19,2 Milliarden Dollar den dritten Platz. Novo Nordisks weiteres Semaglutid-Produkt Wegovy, das zur Gewichtsregulierung und zur Behandlung der nicht-zirrhotischen metabolischen Dysfunktion-assoziierten Steatohepatitis indiziert ist, schaffte es ebenfalls neu in die Top Ten und belegte mit einem Umsatz von 12 Milliarden US-Dollar den zehnten Platz – 3,5 Milliarden US-Dollar (42 Prozent) mehr als im Jahr 2024.
Mit Blick auf die Zukunft prognostiziert Evaluate Pharma größere Umwälzungen im Bereich der Behandlung von Stoffwechselerkrankungen – und damit auch in diesem Ranking –, da weitere Produkte von Lilly, Novo Nordisk und anderen Unternehmen im GLP-1-Bereich in nicht allzu ferner Zukunft auf den Markt kommen werden.