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Coronavirus
Die Krise hat Apotheker weltweit stärker gemacht

Regierung in Großbritannien hat zu spät eingegriffen

Die Politik in Großbritannien war mit ihrer Reaktion auf die Pandemie »spät dran«, kritisierte Ravi Sharma Direktor der englischen Royal Pharmaceutical Society. Trotz der mangelnden Unterstützung seitens der Regierung hätten sich jedoch im Gesundheitssektor Kooperationen entwickelt, um dem nationalen Gesundheitsdienst National Health Service (NHS) unter die Arme zu greifen. Ausschlaggebend ist seiner Ansicht nach gewesen, in kürzester Zeit die Kompetenz der Apotheker zu verbessern, damit diese sich in riskanten Situation korrekt verhalten. Insgesamt hat die Pandemie die Position der britischen Apotheker gestärkt. Sharma zufolge ist geplant, die Pharmazeuten künftig noch stärker in die Versorgung zu integrieren.

Mit insgesamt rund 26.000 dokumentierten Covid-19-Fällen und 800 Toten war die Lage in Australien eine andere. »Europa hatte definitiv eine größere Last zu tragen«, gibt Peter Fowler zu. Er ist Präsident der australischen Krankenhausapotheker. Um die Arzneimittelversorgung sicherzustellen, seien auch in seiner Heimat viele lokale Pläne entstanden, die neue Kooperationen zwischen den Akteuren des Gesundheitswesens, der Industrie sowie der Wissenschaft hervorgebracht hätten. Er ist zuversichtlich, dass diese »neuen Beziehungen so stark sind, dass sie auch künftig bestehen bleiben«.

Selbst organisiert haben sich auch die Apotheker in den USA. Wie Kasey Thompson von der US-amerikanischen Gesellschaft der Krankenhausapotheker berichtete, haben sich die Pharmazeuten täglich in Online-Communities zusammengeschaltet und über aktuelle Themen und Probleme rund um Arzneimittelenpässe oder Lieferschwierigkeiten ausgetauscht.

Gut vorbereitet für die zweite Welle?

Insgesamt glauben die Diskussionsteilnehmer, ihre Länder sind für eine mögliche zweite Coronavirus-Welle nun besser gerüstet. Vor allem, weil die Pandemie »uns alle näher zusammengeschweißt hat«, fasst Janzon die schwedische Sicht zusammen. Auch Liebl und Fowler sind zuversichtlich, die zweite Welle besser in den Griff zu bekommen. Besonders deshalb, weil sich die Italiener und die Australier streng an die hygienischen Vorgaben seitens der Politik halten.

Aus Spanien wird hingegen die Forderung nach mehr Personal und mehr Tests laut. Großbritannien und die USA sind etwas verhaltener und sehen trotz allem noch viele Herausforderungen und hoffen auf die Unterstützung ihrer Regierungen. Hauptsächlich geht es darum, den Apothekern mehr Handlungsspielraum zu gewähren.

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