Pharmazeutische Zeitung online
Saison 2020/2021

Die Grippeimpfstoffe im Überblick

Bei der klassischen Produktion in Hühnereiern bringen Hersteller zunächst die Saatviren in Hühnereier ein. Die Eier werden bebrütet, wobei sich die Viren vermehren. Nach einigen Tagen gewinnen Laboranten die Viren aus den Eiern, reinigen sie auf und inaktivieren sie. Diese Arbeitsschritte müssen sie für jeden der vier von der WHO empfohlenen Virenstämme getrennt durchführen. Liegen alle einzelnen Bestandteile vor, mischen die Produzenten diese, um die endgültige Impflösung zu erhalten.

Bei der Herstellung in Zellkultur wird in Bioreaktoren mit einigen 1000 Litern Fassungsvermögen gearbeitet. Die größeren Produktionskapazitäten und kürzeren Herstellungszeiten machen es möglich, schnell auf einen gesteigerten Bedarf zu reagieren. Zudem könnte die Wirksamkeit besser sein als bei hühnereibasierten Grippeimpfstoffen.

Hühnereier sind kein natürlicher Wirt für menschliche Grippeviren. Für die Vermehrung muss sich das Virus erst an die Spezies Huhn anpassen, wobei sich die Antigenität des charakteristischen Oberflächenproteins Hämagglutinin leicht verändern könnte. Das wirkt sich möglicherweise auf die Immunantwort des Körpers aus, er stellt dann der Hypothese zufolge Antikörper her, die weniger wirksam sind. Die ungewünschte Eiadaption geschieht nicht, wenn sich die Viren in Säugetierzellen vermehren.

Bevor die hergestellten Impfstoffe an Apotheken ausgeliefert werden dürfen, prüft das PEI diese chargenweise und gibt sie frei. Welche Chargen aktuell freigegeben sind, veröffentlicht das PEI auf seiner Website. Details zur Verträglichkeit liefern die jeweiligen Fach- und Gebrauchsinformationen, auf die das PEI in seiner Liste der zugelassenen Influenza-Impfstoffe verlinkt.

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