Pharmazeutische Zeitung online
Saison 2020/2021

Die Grippeimpfstoffe im Überblick

Selbst wenn, wie angeregt, Kinder verstärkt geimpft werden, soll die Menge an Impfstoff reichen. Professor Dr. Isabelle Bekeredjian-Ding, Abteilungs­leiterin Mikrobiologie im PEI, erklärt: »Wir erwarten für die kommende Impfstoffsaison circa 26 Millionen Dosen an Grippeimpfstoff für Deutschland. Diese Einschätzung basiert auf den Erfahrungswerten der Vorjahre, Informationen zu geplanten Impfstoffmengen für Deutschland für die kommende Grippe­saison und den Angaben des Bundes­gesundheitsministeriums über zusätzlich bestellte Influenza-Impfstoffdosen. Stand heute ist damit zu rechnen, dass die Grippeimpfstoffe für die Saison 2020/21 ausreichen werden.«

Wie groß der Run auf die Influenza-Impfung tatsächlich sein wird, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Oktober und November gelten als die beste Zeit für die Präventionsmaßnahme, da es nach der Impfung noch 10 bis 14 Tage dauert, bis ein ausreichender Schutz aufgebaut ist. Wie gut die Vakzine dieses Jahr wirkt, wird sich allerdings erst dann zeigen, wenn die Grippewelle uns erreicht hat. Ihre Zusammensetzung haben Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) schon vor Monaten festgelegt und seitdem können sich die Viren verändert haben.

Tetravalent für alle

Anders als in den Jahren zuvor sind diese Saison ausschließlich tetravalente Impfstoffe in Deutschland zugelassen. Sie enthalten die Antigene von vier Influenza-Typen. Bisher waren es überwiegend nur drei (trivalent). Von der zusätzlichen Komponente erhofft man sich eine erhöhte Schutzwirkung.

Die vier Bestandteile der Impfstoffe für diese Saison sind zwei Typ-A-Sub­typen und zwei B-Typen. Dabei bleibt die zweite Influenza-B-Komponente des tetravalenten Impfstoffs des Vorgängerimpfstoffs erhalten, nämlich B/Phuket/3073/2013 aus der B/Yamagata-Linie. Für die andere B-Komponente wurde B/Washington/02/2019 aus der B/Victoria-Linie ausgewählt. Als H3N2-Komponente ist A/Hong Kong/2671/

2019 (H3N2) enthalten. Die H1N1-Komponente unterscheidet sich in den Impfstoffen erstmals, je nachdem ob es sich um einen aus der Kultur auf Hühnereiern gewonnen oder einen zellbasierten Impfstoff handelt. Für Letzteren wird A/Hawaii/70/2019 (H1N1)pdm09 eingesetzt, für die aus Hühnereiern gewonnene Vakzine A/Guangdong-Maonan/SWL1536/2019 (H1N1)pdm09.

Sobald die Zusammensetzung steht, beginnt bei den Herstellern die Arbeit. Das dafür benötigte Saatmaterial erhalten sie über die Referenzlaboratorien der WHO. Die Belieferung direkt über die Referenzlaboratorien soll sicherstellen, dass alle Hersteller mit dem gleichen Ausgangsmaterial arbeiten.

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