| Alexander Müller |
| 20.07.2026 09:30 Uhr |
Die Betriebsergebnisse seien »allen Unkenrufen zum Trotz« von 2023 zu 2024 deutlich und von 2024 zu 2025 moderat um rund 4 Prozent gestiegen. Die jetzt von der Regierung beschlossene Erhöhung des Fixums müsste 2026 zu einem Gewinnwachstum oberhalb des Wertes von 2025 führen, ist Bellinger überzeugt.
Beim Fachkräftemangel könnten die Apotheken nach Einschätzung des Steuerberaters davon profitieren, dass in der Industrie aktuell weniger Stellen angeboten werden; Bellinger spricht gar von einem »faktischen Einstellungsstopp«. Zumindest bei Approbierten könnte sich die Lage daher entspannen, während Bellinger bei PTA noch keine synchrone Entwicklung sieht.
Dass sich die aus seiner Sicht positiven Entwicklungen schnell in steigenden Kaufpreisen für Apotheken zeigen werden, erwartet Bellinger nicht. Diese seien »extrem stimmungsabhängig« und speziell im Apothekenmarkt schlügen schlechte Nachrichten sofort durch, gute meist zeitversetzt nach einem Jahr. »Keiner traut einer guten Nachricht«, so Bellinger. Daneben bestehe immer die Befürchtung, dass die Verbesserungen nicht nachhaltig sind.
»Gleichwohl ist festzustellen, dass die Stimmung im Apothekenmarkt ihr historisches Tief wohl gerade verlässt«, so Bellinger. Richtig positiv werde die Stimmung – gemessen an den Kaufpreisen – im Herbst 2027, erwartet der Steuerberater. Offen ist aus seiner Sicht, ob der Apothekenmarkt von »ausscheidungswilligen Apothekeninhabern aus der Generation der Babyboomer« messbar getroffen wird. Bellinger rechnet eher nicht damit, denn von den Jahrgängen 1946 bis 1964 seien 72 Prozent zumindest rechnerisch bereits durch. Allerdings dürfte bei Apothekeninhabern der Anteil derjenigen, die über das Renteneintrittsalter von 67 Jahren hinaus arbeiten, tendenziell höher sein.
Bellinger zieht ein positives Fazit: Der Anbietermarkt werde sich mittelfristig – wohl ab 2028 – verknappen. »Da gleichzeitig die Umsätze der typischen Apotheken steigen, wird ihr Betrieb weiter lukrativer, was Anreize zur Selbstständigkeit steigert«, so seine Prognose. Und von KI sei der Berufsstand der Apotheker kaum gefährdet, profitiere auf der anderen Seite von einer alternden Gesellschaft. Bellinger erwartet steigende Kaufpreise für Apotheken.