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Thomas Preis bei »Alex’ Doppelte Dosis«
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Der Diplomatie-Held

Im Anschluss an die Eröffnung des Deutschen Apothekertags hat sich ABDA-Präsident Thomas Preis direkt zu PZ-Chefredakteur Alexander Müller aufs Podium begeben. Im Rahmen der PZ-Talks »Alex’ Doppelte Dosis« gab der ABDA-Präsident seine Einschätzung zur Zusammenarbeit mit dem neuen Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU). Preis zeigte sich tiefenentspannt. Und äußerst diplomatisch in seinen Antworten.
Datum 16.09.2026  18:30 Uhr

Apothekenreform als eine »1A-Leistung«

Mit der Apothekenreform – abgesehen von der zu späten und dann nur schrittweise erfolgten Honorarerhöhung – ist Preis sehr zufrieden. »Das ist eine 1A-Leistung«, sagte er. Die Politik setze mit den nun möglichen neuen Leistungen in Zukunft auf die Apotheke. Und der soeben veröffentlichte Apothekenklima-Index zeige, dass ein Großteil der Apothekerinnen und Apotheker die neuen Leistungen auch umsetzen möchte.

Was den Widerstand der Ärzteschaft gegen das Impfen in Apotheken betrifft, so ist Preis »sehr entspannt«. Das werde sich legen. Er verwies auf das Jahr 1955, als Patienten erstmals selbst Blutdruck messen konnten. Damals sei die Empörung der Ärzte auch groß darüber gewesen, dass Menschen das jetzt allein machen sollen.

Es gehe darum, die Ärzte zu entlasten. Preis, der mit seinem Sohn zusammen zwei Apotheken in Köln betreibt, erzählte, die Apothekenteams dort stellten fest, dass die Beratungen immer mehr Zeit einnähmen. »Die Fragen werden in den Apotheken gestellt«, so Preis. Die Ärzte würden gut behandeln, sie stünden aber unter enormem Zeitdruck. Deshalb sei es wichtig, dass die neuen Leistungen in die Apotheken kommen.

Auf die Zukunft angesprochen, mahnte Preis, das Fremd- und Mehrbesitzverbot zu schützen. Er sehe auch in zehn Jahren die inhabergeführte Apotheke als Instanz. Als warnendes Beispiel nannte er die Entwicklungen mit den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Als diese aufkamen, hätten die Ärzte zunächst auch gedacht, sie betrieben diese selbst. Mittlerweile seien das finanzgetriebene Objekte. »Da dürfen wir niemals hinkommen«, so der ABDA-Präsident.

Gefragt, wie seiner Meinung nach die Apotheke in zehn Jahren aussehen wird, verwies Preis vor allem auf den gestiegenen Platzbedarf. »Die Apotheke der Zukunft braucht aufgrund der neuen pharmazeutischen Dienstleistungen und Angebote mehr Platz«, ist Preis sicher: einen Raum zum Impfen, einen für die assistierte Telemedizin (aTM), einen zur Medikationsberatung.

Grundsätzlich sieht der ABDA-Präsident die Primärversorgung als das beste gemeinsame Projekt, das die Apothekerschaft »gemeinsam mit den Ärzten machen kann und auch muss«. Das war auch Thema seiner Eröffnungsrede gewesen. »Und da sind wir mit der Politik auch im Gespräch.«

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