»Apotheken sind Teil der kritischen Infrastruktur«, sagte Katrin Eder, Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, gegenüber der PZ. »Deswegen ist es wichtig, dass wir eine gute Erreichbarkeit von Apotheken gewährleisten.« Das sei besonders wichtig für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt seien. »Eine Apotheke ist manchmal der erste Ansprechpartner. Sie können helfen, bevor man zum Arzt gehen muss.« Außerdem seien Apotheken Bestandteil von Prävention.
Ihre Partei will Apotheken vor Ort als Teil der ambulanten Versorgung gezielt unterstützen. »Insgesamt wollen wir dort, wo es keine Versorgungsstrukturen mehr gibt, mobile Angebote. Hierzu gehört auch die Versorgung mit Medikamenten.« Zudem regt ihre Partei eine regionale Gesundheitsplanung an. Medizinische Berufe müssten stärker miteinander vernetzt werden. »Deswegen stellen wir uns den Ausbau der medizinischen Versorgungszentren vor. Es gibt bereits solche, die auch von Kommunen gemeinschaftlich getragen werden.« Dort gehört die Apotheke dazu.
Rebecca Ruppert ist die Spitzenkandidatin der Linken. Die 36-Jährige sitzt seit 2023 im Landesvorstand und ist seit 2024 Landesvorsitzende. Zuvor war sie zwei Jahre lang im Präsidium des Landesausschusses sowie im Sprecherkreis der Landesarbeitsgemeinschaft Betrieb und Gewerkschaft tätig. Die IT-Beraterin hat zuvor in der Pflege gearbeitet. / © Ari Arnold, Die Linke RLP
Die Linke will sich für eine »regelgebundene Dynamisierung des Apothekenhonorars« einsetzen. »Insgesamt müssen die Gehälter von Apothekenangestellten deutlich erhöht werden«, sagte Rebecca Ruppert gegenüber der PZ. Dies soll dem Fachkräftemangel entgegenwirken. »Ebenso wollen wir die packungsbezogene Vergütung auf 9,50 Euro anheben sowie Bürokratieabbau bei der Arzneimittelvergabe und weg von der Fokussierung auf den allergünstigsten Preis.«
Ihre Partei will inhabergeführte Apotheken stärken. Mittels eines Versorgungsatlas soll eruiert werden, wo Apotheken in Rheinland-Pfalz fehlen oder gefährdet sind, um sie beispielsweise durch eine Niederlassungsförderung zu unterstützen. Die Linke-Kandidatin spricht außerdem von kommunalen Behandlungszentren, in die auch Apotheken integriert werden sollen. Außerdem wünscht sie sich für Apotheken eine »Gate-Opener-Funktion« für Menschen, die mit großen Zugangsbarrieren zur medizinischen Versorgung zu kämpfen haben. Sie sei gegen den Versand von rezeptpflichtigen Medikamenten aus dem Internet: »dies soll den Präsenzapotheken vorbehalten sein«. Versand-Apotheken sollten nur eine ergänzende Rolle einnehmen.
Daniela Schmitt ist Spitzenkandidatin der FDP. Die Bankbetriebswirtin arbeitete von 2016 bis 2021 als Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau unter Volker Wissing. Im Mai 2021 übernahm sie die Leitung des Hauses als Ministerin. Laut Recherchen der Nachrichtenseite »Business Insider« hat die Firma ihres Ehemannes im Jahr 2020 Fördergelder der landeseigenen Investitionsbank erhalten, in deren Verwaltungsrat die 54-Jährige zu dieser Zeit stellvertretende Vorsitzende war. Außerdem begleitete ihr Ehemann sie als einer von 15 Teilnehmern einer Wirtschaftsdelegation auf einer Dienstreise nach Brasilien. / © FPD Rheinland-Pfalz