Alkohol wird bei jungen Menschen unbeliebter: 2025 hat über ein Drittel der 12- bis 17-Jährigen noch nie Alkohol getrunken. / © Getty Images/Mariia Vitkovska
Jugendliche trinken im Schnitt mit 15,1 Jahren ihr erstes Glas Alkohol. Vor 20 Jahren lag dieses Alter noch bei 14,1 Jahren. Zudem trinken immer weniger junge Menschen Alkohol, stellt das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG) in der seiner Befragungsstudie von 2025 fest. Über ein Drittel der unter 18-Jährigen hat demnach noch nie Alkohol konsumiert. Zum Vergleich: 2001 waren es lediglich 11,7 Prozent der männlichen und 14,5 Prozent der weiblichen Jugendlichen.
Auch der regelmäßige Konsum liegt 2025 auf einem historischen Tiefstand: 6,8 Prozent der Jugendlichen und 25,0 Prozent der jungen Erwachsenen hatten in den zwölf Monaten vor der Befragung mindestens einmal pro Woche Alkohol getrunken. »Das ist ermutigend. Es wäre aber falsch, daraus Entwarnung abzuleiten«, kommentiert Professor Dr. Hendrik Streeck, Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, in einer Pressemitteilung. »Gerade beim Rauschtrinken sehen wir, dass riskanter Alkoholkonsum unter Jugendlichen und jungen Männern weiterhin weit verbreitet ist.«
Das BIÖG befragt in Deutschland seit 1973 wiederholt junge Menschen zu ihrem Konsumverhalten. 2025 machten 7001 junge Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren Angaben zu ihrem Trinkverhalten, etwa, ob sie innerhalb der letzten 30 Tage mindestens einmal bis zum Rausch getrunken hatten. Als Rauschtrinken gilt bei Männern der Konsum von mindestens fünf Getränken pro Abend, bei Frauen der von vier oder mehr.
Es zeigte sich, dass Rauschtrinken bei jungen Frauen zurückgeht: Innerhalb der letzten zwei Jahre sank ihr Anteil von 32,0 Prozent signifikant auf 26,1 Prozent. Bei den Jugendlichen und jungen Männern blieb diese 30-Tage Prävalenz dagegen etwa auf dem Niveau von vor der Pandemie: 15 Prozent der unter 18-Jährigen hatten mindestens einmal Rauschtrinken praktiziert. Junge Männer erreichten in dieser Kategorie mit 45,8 Prozent den höchsten Wert.
»Alkohol trifft junge Menschen in einer Lebensphase, in der sich Gehirn und Körper noch entwickeln«, warnt Streeck. Er hat klare Vorstellungen, wie Prävention weitergeführt werden könne: »Die Abschaffung des begleiteten Trinkens ab 14 Jahren ist daher ein längst überfälliger Schritt.« Dies sei nicht mehr zeitgemäß. Jugendschutz müsse dort klar sein, wo auch gesundheitliche Risiken besonders groß sind. Des Weiteren bietet das BIÖG zur Prävention das Informationsangebot »Kenn dein Limit.« oder Schulklassenwettbewerbe wie »Klar bleiben« an.