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UNAIDS-Bericht

Covid-19 verdoppelt Sterberisiko für HIV-Infizierte

Menschen, die mit einer HIV-Infektion leben, haben ein erhöhtes Risiko schwer an Covid-19 zu erkranken und zu sterben. Ein Großteil von ihnen hat keinen Zugang zu Covid-19-Impfstoffen. Das geht aus einem kürzlich veröffentlichten Bericht von UNAIDS, dem UN-Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids, hervor.
Carolin Lang
16.07.2021  16:00 Uhr

Studien hätten gezeigt, dass das Risiko, an Covid-19 zu sterben, bei HIV-Infizierten doppelt so hoch sei wie in der Allgemeinbevölkerung, heißt es in dem Bericht. Südlich der Sahara in Afrika, wo zwei Drittel (67 Prozent) der Menschen mit einer HIV-Infektion lebten, hätten bis Juli 2021 weniger als 3 Prozent mindestens eine Dosis eines Covid-19-Impfstoffs erhalten. »Reiche Länder in Europa bereiten sich darauf vor, den Sommer zu genießen, da die Bevölkerung dort leichten Zugang zu Covid-19-Impfstoffen haben, während der globale Süden in einer Krise steckt«, sagt die Exekutivdirektorin von UNAIDS Winnie Byanyima in einer Pressemitteilung der Organisation.

Der Bericht legt außerdem offen, dass Lockdowns und andere Einschränkungen im Zuge der Covid-19-Pandemie in vielen Ländern zu einem starken Rückgang von HIV-Testungen und in Folge dessen auch Diagnosen, Überweisungen an Pflegedienste sowie der Initiierung einer Behandlung geführt haben. So ging beispielsweise in KwaZulu-Natal, Südafrika, die Anzahl an HIV-Testungen um 48 Prozent zurück, nachdem im April 2020 die erste landesweite Sperre verhängt worden war.

Frauen und Mädchen besonders gefährdet

Frauen und Mädchen in Subsahara-Afrika sind nach wie vor einem höheren Risiko einer HIV-Infektion ausgesetzt, heißt es weiter. 25 Prozent aller Neuinfektionen werden bei heranwachsenden Mädchen und jungen Frauen festgestellt, obwohl sie nur 10 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Im Alter von 15 bis 19 Jahren betreffen sogar sechs von sieben HIV-Neuinfektionen Mädchen. Damit sind Frauen und Mädchen zwischen 15 und 24 Jahren doppelt so häufig mit HIV infiziert wie Gleichaltrige des männlichen Geschlechts.

Die Covid-19-Pandemie habe dazu geführt, dass viele Kinder nicht mehr zur Schule gehen, wodurch sie  – vor allem Mädchen – einem höheren Risiko ausgesetzt sind, sich mit HIV zu infizieren. 

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