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Impfgipfel
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Bund und Länder wollen Impfplan entwickeln

Nach einer Videoschalte von Bund, Ländern, EU-Vertretern und Pharmaherstellern kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montagabend an, dass es künftig einen nationalen Impfplan geben wird. Dieser soll die Planungssicherheit der Länder erhöhen. Zudem soll die Produktion von Zwischenstoffen und Materialien wie Spritzen oder Lipiden künftig besser geprüft und damit angekurbelt werden.
AutorKontaktCharlotte Kurz
Datum 02.02.2021  09:00 Uhr
Produktion von Zwischenstoffen soll erhöht werden

Produktion von Zwischenstoffen soll erhöht werden

Um die Impfstoffproduktion hochzufahren, soll zudem die Produktion von Zwischenstoffen wie etwa Lipiden oder auch Ampullen angekurbelt werden, so die Kanzlerin. Wenn es beispielsweise mehr Lipide gebe, könnten auch mehr Impfstoffe produziert werden, erklärte Merkel. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) soll aus diesem Grund eine Plattform gemeinsam mit dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) entwickeln, über die in transparenter Weise alle Möglichkeiten ausgelotet werden, um die Produktion von Ampullen, Stopfen oder Spritzen zu erhöhen.

Genug Impfdosen bis Ende des dritten Quartals

Weiter betonte Merkel, es könne mit den aktuell drei zugelassenen Impfstoffen jedem Bürger bis Ende des Sommers, also bis Ende des dritten Quartals,  ein Impfangebot gemacht werden. Sie rechnete vor: »Es gibt 9 Millionen Kinder in Deutschland, für die noch keine Impfstoffe zugelassen sind.« Für die 73 Millionen Erwachsenen in Deutschland könne bis dahin ein Impfangebot gemacht werden, selbst wenn die beiden Impfstoffe von Johnson & Johnson und Curevac keine Zulassung erhalten würden.

Laut dpa-Mitteilung sollen die Impfstoff-Lieferungen für Deutschland im Laufe des Jahres deutlich anziehen. So sind für das erste Quartal 2021 18,3 Millionen Impfdosen geplant. Im zweiten Quartal soll Deutschland dann voraussichtlich 77,1 Millionen und im dritten Quartal 126,6 Millionen Impfdosen verschiedener Hersteller erhalten. Im vierten Quartal sollen dann weitere 100,2 Millionen Dosen folgen. Dabei beruft sich die Nachrichtenagentur auf eine Übersicht des Bundesgesundheitsministeriums, die der dpa vorliegt.

Die Kanzlerin hob am Montag zudem hervor, dass sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Impfgipfels darauf geeinigt hätten, die Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), den Zeitabstand zwischen den beiden Impfdosen einzuhalten, weiter zu befolgen. Dies hatte auch die Ständige Impfkommission (STIKO) zuletzt klargestellt.

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