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Impfgipfel

Bund und Länder wollen Impfplan entwickeln

Nach einer Videoschalte von Bund, Ländern, EU-Vertretern und Pharmaherstellern kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montagabend an, dass es künftig einen nationalen Impfplan geben wird. Dieser soll die Planungssicherheit der Länder erhöhen. Zudem soll die Produktion von Zwischenstoffen und Materialien wie Spritzen oder Lipiden künftig besser geprüft und damit angekurbelt werden.
Charlotte Kurz
02.02.2021  09:00 Uhr

Um künftig mehr Planungssicherheit in den Bundesländern zu haben, wann wie viele Covid-19-Impfstoffe geliefert werden, sollen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gemeinsam mit den Gesundheitsministern der Länder künftig einen Impfplan entwickeln. Das kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag nach dem Impfgipfel an. Bei diesem Treffen, saßen EU-Vertreter, Bund, Länder sowie Pharmahersteller an einem Tisch und prüften gemeinsam das weitere Vorgehen in der Impfstrategie.

»Wir wollen etwas verändern, weil die Länder mit Recht gesagt haben, wir brauchen ein gutes Management für die Bürgerinnen und Bürger, wann die Impftermine vergeben werden können«, erklärte Merkel und reagierte damit auf die Kritik, dass in den vergangenen Wochen oftmals nur kurzfristig von Lieferungen der Impfstoffhersteller bekannt wurde. Berlins Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) erklärte, dass es wichtig sei, dass die Länder sich darauf einstellen könnten, wann Impfstoff komme. Dies sei in Bezug auf das Einladungsmanagement, aber auch für die Planung der Räumlichkeiten oder des Personals ausschlaggebend. Auch ein Apotheker, der für die Rekonstitution der Impfstoffe in einem mobilen Impfteam im Landkreis Kassel zuständig ist, erklärte bereits Ende Dezember im Interview mit der PZ, dass es vor allem an Impfstoffen und genauen Lieferterminen fehle.

Mit einem Impfplan soll nun mehr Planungssicherheit herrschen: »Es gibt die Nationale Impfstrategie, die zwischen Bundesgesundheitsminister und den Ländern entwickelt worden ist. Diese Strategie soll einen nationalen Impfplan künftig beinhalten. Entsprechend diesem Plan werden wir nach bestem Wissen die Liefertermine voraussagen«, erklärte Merkel. Dort wo man nichts voraussagen könne, werde man modellieren. Damit könnten verschiedene Szenarien entwickelt werden, um das Einladungsmanagement in den Ländern effektiver zu gestalten. Für den Biontech-Impfstoff sind die Liefertermine der Kanzlerin zufolge bis zum 23. Februar bekannt, für die anderen Impfstoffhersteller bis zum 17. Februar.

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