| Theo Dingermann |
| 26.05.2026 13:30 Uhr |
In präklinischen Modellen zeigte die Formulierung beeindruckende Schutzresultate. Bei EBOV-exponierten BALB/c-Mäusen erreichte [GPs+NP]@LNP 100-prozentige Überlebensraten und eine vollständige virale Clearance in Leber und Serum. Gegen BDBV in Interferon-Alpha-Rezeptor-negativen (IFNAR−/−)-Mäusen reduzierte der Impfstoff hepatische Viruslasten effektiv, während heterologe Glykoproteine allein unzureichend waren.
In einem Hamster-basierten SUDV-Modell vermittelte eine Impfung mit 20 µg [GPs+NP]@LNP vollständigen Schutz und effektive virale Clearance nach einer ansonsten letalen Virus-Exposition.
Bemerkenswert war die langfristige Schutzwirkung. Nach 17 Monaten zeigten mit [GPs+NP]@LNP geimpfte Mäuse robuste Überlebensraten, während Formulierungen, die nur Glykoprotein-Antigene enthielten, variable Schutzraten von 40 bis 80 Prozent aufwiesen. Dies unterstreicht, dass die Aufnahme des Nukleoproteins die Langzeitimmunität stabilisiert, während Glykoprotein-Antikörper bei übermäßiger inflammatorischer Infiltration das Gleichgewicht wahren.
Die Forschenden weisen selbstkritisch allerdings auch auf Limitationen hin. Nagetiermodelle bilden nicht vollständig die komplexe Pathophysiologie humaner Infektionen ab. Zudem repräsentieren IFNAR−/−-Mäuse ohne ein intaktes Typ-I-Interferon-Signaling immundefiziente Zustände.
Zudem können die durch die mRNA kodierten Antigenbereiche für die Glykoproteine und das Nukleoprotein noch optimiert und damit die Länge der mRNA verringert werden. Dies würde voraussichtlich auch die Verträglichkeit des Impfstoffs verbessern.