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Approbationsordnung

BPhD im Gespräch mit Jens Spahn

Drei Pharmaziestudenten hatten vor Kurzem die Gelegenheit, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) persönlich zu treffen. Sie baten ihn eindringlich um eine Novellierung der Approbationsordnung. Spahn zeigte sich durchaus offen für Änderungen.
Daniela Hüttemann
01.04.2019
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Etwa eine halbe Stunde nahm sich der Bundesgesundheitsminister für das Anliegen der Pharmaziestudenten Zeit. Vermittelt hatte das Gespräch die Apothekerkammer Westfalen-Lippe, bei deren Apothekertag in Münster sich Jens Spahn am vergangenen Samstag über die Zukunft der Arzneimittelversorgung geäußert hatte. Dabei hatte er sich nochmals ausdrücklich mehr pharmazeutische Dienstleistungen von den Apothekern gewünscht.

Die derzeitige Approbationsordnung bereitet jedoch darauf nur bedingt vor, meinen die Vertreter des Bundesverbands der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD). Schon seit Längerem fordern die Studierenden unter anderem, der Klinischen Pharmazie mehr Raum im Studium einzuräumen. »Wir möchten beispielsweise schon viel früher Patientenfälle bearbeiten«, erläuterte BPhD-Präsident Max Willie Georgi dem Minister. Dabei wollen die Studentenvertreter aber keine Abstriche bei der naturwissenschaftlichen Ausbildung machen. Viel mehr halten sie eine Ausdehnung des Studiums auf neun bis zehn Semester für sinnvoll, um sich auch mit praxisrelevanten Themen wie Kommunikation und Medikationsmanagement stärker beschäftigen zu können.

»Der Minister hatte durchaus ein offenes Ohr für unsere Anliegen und hält unsere Forderungen für gut begründet«, so Georgi gegenüber der Pharmazeutischen Zeitung. Der nach Ansicht des BPhD große Reformbedarf bei den Studieninhalten sei ihm vor dem letzten Deutschen Apothekertag im September 2018 gar nicht bewusst gewesen. Dort hatte Georgi das Thema vor der Delegiertenversammlung direkt bei der Diskussionsrunde mit Jens Spahn zur Sprache gebracht. Die Studenten hatten nun erstmals die Chance, ihre Vorschläge genauer auszuführen.

Der Minister habe den Studentenvertretern in Münster versprochen, mit dem BPhD im Gespräch zu bleiben. Es soll ein engerer Austausch mit dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) gepflegt werden. Allerdings machte Spahn wenig Hoffnung, dass die Approbationsordnung auf die Schnelle geändert werden könnte. Zum einen arbeitet das BMG derzeit bereits an mehreren Novellierungen anderer Gesundheitsberufe wie die der Hebammen. Zum anderen braucht es zu einer Änderung der apothekerlichen Approbationsordnung die Zustimmung der Bundesländer. Und die sei zwar angesichts höherer Kosten bei mehr praktischen Übungen und zusätzlichen Semestern eher ungewiss, allerdings nicht hoffnungslos.

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