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EMA

Booster-Impfung schon nach drei Monaten möglich

Booster-Impfungen gegen Covid-19 könnten nach Einschätzung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA auch schon nach drei Monaten erfolgen. Der Virologe Professor Dr. Christian Drosten rät zur Eile bei den Auffrischimpfungen.
dpa
PZ
10.12.2021  12:24 Uhr

Ungeachtet der geltenden Empfehlungen, die Auffrischung nach sechs Monaten zu verabreichen, »sprechen die derzeit verfügbaren Daten für eine sichere und wirksame Auffrischungsdosis bereits drei Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung«, sagte der EMA-Direktor für Impfstrategie Dr. Marco Cavaleri am Donnerstag bei einer Pressekonferenz der Behörde in Amsterdam. Ein so kurzer Abstand wäre möglich, wenn dies »unter dem Gesichtspunkt der öffentlichen Gesundheit wünschenswert ist«.

Deutschlands Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, dass eine Auffrischimpfung in der Regel im Abstand von sechs Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen soll. Eine Verkürzung des Impfabstandes auf fünf Monate kann laut STIKO »im Einzelfall oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind erwogen werden«.

Der Virologe Professor Dr. Christian Drosten mahnte in der ZDF-Sendung »Tagesthemen« vom 9. Dezember angesichts der Verbreitung der Omikron-Variante zur Eile bei den Auffrischungen: »Die Überlegung ist ganz klar: Jeder der kann, soll sich jetzt sofort boostern lassen.« Vorläufige Daten hatten gezeigt, dass Doppeltgeimpfte keinen ausreichenden Schutz gegen die neue Variante haben, während eine Boosterung den Immunschutz wieder deutlich anhebt. Erste Chargen eines variantenspezifischen Impfstoffs hätte das Unternehmen Biontech bis März angekündigt, realistisch sei eine Verimpfung der Vakzine in größerem Ausmaß laut Drosten aber erst ab Ende April oder Mai. Alle bislang Ungeimpften sollten sich noch einmal genau überlegen, ob sie ihre bisherige Position angesichts der neuen Gefahr aufrecht erhalten wollten.

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