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Ebola-Epidemie
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Behandlungsempfehlungen für das Bundibugyo-Virus

Eine von der WHO benannte Expertengruppe hat Empfehlungen erarbeitet, welche experimentellen Impfstoffe und Medikamente beim aktuellen Ebola-Ausbruch in Zentralafrika mit dem Bundibugyo-Virus eingesetzt werden können.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 01.06.2026  18:00 Uhr

Die Beratungsgremien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehlen, dass alle identifizierten und in Betracht gezogenen Produkte ausschließlich im Rahmen klinischer Studien eingesetzt werden sollen, um fundierte Daten zu gewinnen und eine sichere, ethisch vertretbare und wirksame Forschung zu gewährleisten. Aktuell gibt es weder Arzneimittel noch Impfstoffe, die spezifisch gegen eine Infektion mit dem Bundibugyo-Virus (BDBV) zugelassen sind. Die Empfehlungen veröffentlichte die WHO am 28. Mai. 

Zur Behandlung von Patienten mit bestätigter BDBV-Infektion empfiehlt das Expertenteam die monoklonalen Antikörper MBP134 und Maftivimab sowie den Wirkstoff Remdesivir. Auch die Kombination aus Antikörperpräparat plus Remdesivir soll untersucht werden.

Remdesivir wurde explizit gegen Ebola entwickelt und wurde während der Coronapandemie gegen SARS-CoV-2 eingesetzt. Das Adenosin-Analogon hemmt die virale RNA-Polymerase. 2020 wurde es unter dem Namen Veklury® gegen Covid-19 in der Eiropäischen Union zugelassen, hat aber keine Zulassung bei Ebola.

Maftivimab ist einer der monoklonalen Antikörper, die in dem 2020 durch die US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassenen Kombipräparat Inmazeb® enthalten sind. Er richtet sich gegen ein Glykoprotein des Ebola-Virus (EBOV). MBP134 ist ein experimentelles pan-ebolovirales Kombipräparat, das zwei monoklonale Antikörper enthält, die ebenfalls auf die Glykoproteine von Ebolaviren abzielen.

Zur Post-Expositions-Prophylaxe für Personen, die Kontakt mit Infizierten hatten, empfiehlt die Expertengruppe das antivirale Mittel Obeldesivir. Es ist ein Prodrug, das zu Remdesivir-Triphosphat verstoffwechselt wird. 

Warten auf experimentelle Impfstoffe

Impfstoffe sind in der Entwicklung. Als vielversprechendster Impfstoff gilt laut WHO die rVSV-Bundibugyo-Vakzine, die von derInternational AIDS Vaccine Initiative entwickelt wird. Dieser Kandidat braucht jedoch noch schätzungsweise sieben bis neun Monate, bis er in klinische Studien gehen kann, heißt es von der WHO.  In zwei bis drei Monaten könnte dagegen ChAdOx1 Bundibugyo, entwickelt von der Oxford-Universität und dem Serum Institute of India, in klinische Studien starten. Hier fehlen noch zusätzliche Tierversuchsdaten. Beide Impfkandidaten sollen bei der Post-Expositions-Prophylaxe nur einmal verimpft werden müssen, was ein großer Vorteil wäre. ChAdOx1 Bundibugyo soll aber bei Nicht-Kontaktpersonen in zwei Dosen verabreicht werden.

Und was ist mit der einzigen bereits zugelassenen Ebola-Vakzine Ervebo? Dieser Impfstoff ist für den Einsatz bei Ausbrüchen des in Afrika am häufigsten vorkommenden Ebola-Virus aus der Familie der Orthoebolaviren zugelassen, für EBOV.

»Ervebo ist nicht für die Prävention von BDBV-bedingten Erkrankungen zugelassen, und die Erkenntnisse über eine Kreuzschutzwirkung gegenüber anderen Ebola-Virusarten sind nach wie vor begrenzt und nicht schlüssig«, so die WHO. Sie empfiehlt, Ervebo nur in sorgfältig konzipierten Forschungsumgebungen anzuwenden, um seine Wirksamkeit gegen BDBV beurteilen zu können.

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