| Christina Hohmann-Jeddi |
| 19.05.2026 18:00 Uhr |
An einem Impfstoff gegen das Bundibugyo-Virus wird bereits gearbeitet, etwa an den Universitäten Oxford und Leipzig. / © Adobe Stock/Robert Kneschke
Laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC weitet sich der aktuelle Ausbruch von Ebolafieber in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda aus. Die Behörde sprach zuletzt von 513 Verdachtsfällen und 131 Todesfällen. Verursacht wird der Ausbruch durch das Bundibugyo-Ebolavirus, eine von vier humanpathogenen Arten der Gattung Ebolavirus. Die meisten Ausbrüche in der Geschichte wurden von dem Zaire-Ebolavirus verursacht, für das Impfstoffe entwickelt wurden. Dies sind der Vektorimpfstoff Ervebo von MSD sowie das bis vor Kurzem in Europa zugelassene Zwei-Dosen-Schema Zabdeno/Mvabea vom Hersteller Janssen Cilag.
Erst zum dritten Mal geht laut Africa CDC ein Ausbruch auf das seltene Bundibugyo-Virus (BDBV) zurück. Gegen dieses existiert bislang aufgrund seiner Seltenheit kein Impfstoff. Die bei vorherigen Ebola-Ausbrüchen eingesetzte Ringimpfung von Kontaktpersonen von Infizierten, die Übertragungen unterbinden soll, ist somit im aktuellen Fall nicht möglich.
An einem Impfstoff gegen das Bundibugyo-Virus wird aber gearbeitet. So erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Oxford und Leipzig zum Beispiel zusammen mit der Pharmafirma Moderna derzeit Ansätze für einen multivalenten Filovirus-Impfstoff, der gegen Ebola- und Marburgviren wirksam sein könnte. Denn beide Viren gehören zur Familie der Filoviren.
»Die Pan-Ebola-Impfstoffentwicklung befindet sich noch in sehr frühen Entwicklungsphasen«, ordnet Professor Dr. Clara Schoeder vom Institut für Wirkstoffentwicklung der Universität Leipzig gegenüber dem Science Media Center Germany ein. Zwischen dem Zaire- und dem Bundibugyo-Virus bestehe aber eine enge Verwandtschaft, was aus der Analyse der Antikörperantwort von Ebola-Überlebenden bekannt ist. Einzelne Antikörper könnten beide Viren neutralisieren. »Die präferenzielle Bildung solcher breit neutralisierenden Antikörper ist auch die Hoffnung beim multivalenten Impfstoffdesign.«
In Leipzig würden auch computergestützte Methoden für das Impfstoffdesign verwendet, etwa um das Antigen, gegen das die Immunantwort gerichtet wird, zu stabilisieren. Die so entwickelten multivalenten Impfstoffkandidaten werden dann von den Partnern in Oxford getestet, berichtet Schoeder.