Bayer konnte im dritten Quartal 2026 seinen Umsatz und sein operatives Ergebnis steigern. / © Imago/Joko
Eine »starke Wachstumsdynamik« zeigt laut dem Vorstandsvorsitzenden von Bayer, Bill Anderson, das Pharmageschäft des Konzerns. Dies teilte er am heutigen Dienstag bei der Vorlage der Geschäftszahlen zum dritten Quartal mit. Die Meldung kommt, kurz nachdem Bayer Investitionen in Milliardenhöhe in den USA angekündigt und Kritik an der Pharmapolitik der Bundesregierung geäußert hatte.
Wie Bayer jetzt mitteilte, lag der Konzernumsatz im dritten Quartal insgesamt bei zehn Milliarden Euro. Nominal entspricht dies einem Plus von 4,1 Prozent, währungs- und portfoliobereinigt einem Plus von 1,9 Prozent. Positive Währungseffekte wirkten sich mit 246 Millionen Euro aus. Das bereinigte Betriebsergebnis (EBITDA) vor Sondereinflüssen soll um 6,9 Prozent auf 1,615 Milliarden Euro gestiegen sein.
Der Konzern hat seinen Ausblick für die Marge der »Pharmaceuticals«-Sparte im Jahr 2026 sowie das EBITDA vor Sondereinflüssen auf 25 bis 27 Prozent (bisher: 23 bis 25 Prozent) angehoben. Für das Gesamtjahr erwartet Bayer hier ein Umsatzwachstum am oberen Ende der Prognose.
Laut dem Konzern erhöhte sich der Umsatz mit rezeptpflichtigen Medikamenten (Pharmaceuticals) nominal um 8,0 Prozent und währungs- und portfoliobereinigt um 6,4 Prozent auf 4,680 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Pharmaceuticals stieg um 23,6 Prozent auf 1,292 Milliarden Euro.
Verantwortlich dafür seien vor allem die Medikamente Nubeqa mit dem Wirkstoff Darolutamid zur Behandlung von Prostatakrebs (plus 58,3 Prozent) und Kerendia mit dem Wirkstoff Finerenon zur Behandlung von chronischen Nierenerkrankungen sowie Herzinsuffizienz (plus 64,9 Prozent). Allein Nubeqa erzielte dem Unternehmen zufolge im dritten Quartal einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro. Auch Kerendia soll in den vergangenen zwölf Monaten die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro überschritten haben.
Das im vergangenen Jahr auf dem europäischen Markt eingeführte Beyonttra (Wirkstoff Acoramidis) zur Behandlung von Kardiomyopathie verfünffachte durch deutliche Volumensteigerungen den Umsatz. Auch die Zulassung des Wirkstoffs Asundexian zur Sekundärprävention von Schlaganfällen unter dem Markennamen Sunharbo in China in der vergangenen Woche wurde positiv kommentiert. »Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Wuppertal haben dieses Molekül erfunden und mehr als ein Jahrzehnt lang daran gearbeitet«, so der Vorstandsvorsitzende. »Sie haben unser Organisationsmodell und KI konsequent genutzt und den Zeitplan so deutlich verkürzt. So konnten wir dieses Medikament ein Jahr früher zu den Patientinnen und Patienten bringen.« In der EU befindet sich der neue Wirkstoff noch im Zulassungsverfahren.
»Hinzu kam die erfreuliche Entwicklung des Radiologie-Geschäfts«, so das Unternehmen.