»Gemeinsam wollen wir das Sortiment für die Apothekenrezeptur erweitern und die Versorgungssicherheit langfristig weiter stärken«, sagt Thomas Meier, Vorstandsvorsitzender von Medios. / © Medios AG/Dagmar Schwelle
Die Medios AG hat heute den Erwerb von 74 Prozent der Anteile an Caelo abgeschlossen, nachdem die erforderliche kartellrechtliche Freigabe erteilt wurde. Dies teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Für den Erwerb der verbleibenden 26 Prozent der Anteile wurden demnach Optionen vereinbart.
Caelo mit Sitz in Hilden, Nordrhein-Westfalen, ist ein Anbieter pharmazeutischer Wirkstoffe (APIs) sowie von Hilfs- und Rohstoffen für Apotheken und die Industrie. Das Unternehmen beschäftigt eigenen Angaben zufolge rund 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den GMP-zertifizierten Standorten Hilden und Bonn und erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro.
»Mit der Übernahme von Caelo sichern wir uns die Marktführerposition im API-Geschäft für Apotheken und Kliniken in Deutschland«, sagt Thomas Meier, Vorstandsvorsitzender von Medios. »Gemeinsam wollen wir das Sortiment für die Apothekenrezeptur erweitern und die Versorgungssicherheit langfristig weiter stärken.«
Außerdem bündelt Medios künftig gemeinsam mit Magis Pharma in Belgien und Metapharmaceutical in Spanien sein europäisches Compounding- und API-Geschäft unter der Medios Holding Compounding Essentials GmbH.
Die Übernahme erfolgt, nachdem das Unternehmen Anfang dieser Woche seine neue Strategie für die Niederlande angekündigt hat. Mit »Medios Next Level« und der Ambition 2031 will der Konzern seine Arbeit in den Bereichen Specialty Pharma Supply und Compounding ausbauen.
Compounding stellt individualisierte Arzneimittel bereit und bietet Alternativen, wenn handelsübliche Produkte von Lieferengpässen betroffen sind oder nicht mehr angeboten werden. Der Begriff »Specialty Pharma Supply« bezeichnet die spezialisierte und lückenlose Versorgung mit hochpreisigen Spezialarzneimitteln (Specialty Pharmaceuticals), insbesondere für die Behandlung komplexer und chronischer Erkrankungen wie Krebs oder seltener Krankheiten.
Bis 2031 strebt der Konzern einen Umsatz von etwa 3,1 Milliarden Euro sowie eine Verdopplung des Adjusted EBITDA auf rund 170 Millionen Euro an. Das Adjusted EBITDA ist ein um einmalige, außergewöhnliche und nicht operative Sondereffekte bereinigtes EBITDA. EBITDA steht für »Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization« (zu Deutsch: Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Sach- und immaterielle Vermögenswerte).
Laut eigenen Angaben hat sich das Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren zu einer europäischen Gruppe mit einem Umsatz von mehr als zwei Milliarden Euro und einem breiten Dienstleistungsportfolio entwickelt.