Pharmazeutische Zeitung online
Klinische Krebsregister

Krebshilfe finanziert Aufbau

18.12.2012
Datenschutz bei der PZ

Von Anna Hohle, Berlin / Die Deutsche Krebshilfe (KH) übernimmt 90 Prozent der Kosten für den Aufbau klinischer Krebsregister. Das gaben Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) und der KH-Vorstandsvorsitzende Hans-Peter Krämer vergangene Woche in Berlin bekannt.

Demnach hat sich die Deutsche Krebshilfe bereit erklärt, 7,2 Millionen Euro für die Errichtung einheitlicher Register in ganz Deutschland zur Verfügung zu stellen. Die restlichen 800 000 Euro werden durch die Bundesländer finanziert. »Mithilfe der klinischen Krebsregister können Defizite in der Krebsbehandlung besser aufgespürt werden«, sagte Krämer. Die onkologische Versorgung werde durch eine einheitliche Datenlage entscheidend verbessert. Deshalb habe sich die Organisation als »Anwalt der Patienten« dazu entschlossen, die Gelder bereitzustellen.

Bahr bezeichnete die Einigung als »wichtigen Baustein« im gemeinsamen Kampf gegen den Krebs. Die Haushaltslage in Bund und Ländern sei angespannt, deshalb freue er sich sehr über das Angebot der KH, den Aufbau zu finanzieren. Der Minister stellt jedoch auch klar, dass die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) den »Löwenanteil« der Kosten tragen werde. Denn auch in Zukunft werden die Register mit einer Summe von rund 57 Millionen Euro pro Jahr zu Buche schlagen. 90 Prozent davon soll die GKV übernehmen. »Schließlich spart sie durch die Register langfristig Kosten ein«, so Bahr.

 

Umfassende Daten

 

Der Gesetzentwurf zur Einführung klinischer Krebsregister war bereits im August vom Bundeskabinett verabschiedet worden. Die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat steht noch aus. Die Register sollen Daten zur Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Krebserkrankungen im gesamten Bundesgebiet in einheitlicher Form erfassen. Auch sollen sie Zahlen zum Auftreten und zur Häufigkeit von Krebs und zu Überlebensraten enthalten, die später in die sogenannten epidemiologischen Krebsregister fließen. / 

Mehr von Avoxa