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Schwierige Zeiten

20.12.2011
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Die meisten Apotheker dürften froh sein, wenn das Jahr 2011 endlich zu Ende geht. Die vergangenen zwölf Monate waren für Pharmazeuten eine schwere Zeit. Und auch das neue Jahr wird nicht leicht werden.

 

Doch der Reihe nach. Das Jahr 2011 bescherte maximalen Ärger. Eine unausgegorene Packungsgrößenverordnung brachte ab Neujahr das Chaos in die Apotheken. Es folgte der Rumpelstart der AOK-Rabattverträge und der Referentenentwurf zur Apothekenbetriebsordnung. Ganzjährig belastete das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz die wirtschaftliche Lage der Apotheken.

 

Das Stichwort AMNOG führt nahtlos in die ökonomischen Aussichten für 2012. Die pharmazeutischen Großhandlungen haben im Dezember fast zeitgleich und flächendeckend den Apothekern schlechtere Konditionen für 2012 angeboten. Um ein bis drei Prozentpunkte geht es bergab. Begründet wird dies mit der schlechten wirtschaftlichen Lage des Großhandels. Außerdem wird die geänderte Großhandelsvergütung vorgeschoben. Aber: die Gesamterträge des Großhandels werden durch die neue Regelung nicht spürbar verändert. Für die Apotheken sind diese erneuten Konditionskürzungen allerdings eine unerträgliche Belastung.

 

Das kann der Politik nicht egal sein. Gute Pharmazie kann nur ein unabhängiger Apotheker bieten. Unabhängig ist nur, wer eine sichere wirtschaftliche Basis hat. Wenn die bröckelt, steigt der Druck, sich in Abhängigkeit zu begeben. Es gibt einige Marktbeteiligte und -beobachter, die darauf warten. Die Patienten sind aber sicher nicht darunter.

 

Nun liegt es an der Bundesregierung, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Die Honorierung der Apotheker muss endlich angepasst werden. Die Vorschläge dazu liegen auf dem Tisch. Es geht hier auch nicht um ein Weihnachtsgeschenk, sondern eine längst fällige Entscheidung nach acht Jahren der Stagnation.

 

Bei aller Kritik dürfen die positiven Entwicklungen nicht ganz vergessen werden. So konnten Apotheker und Ärzte ihr Zukunftskonzept in das Versorgungsstrukturgesetz einbringen. Auch wenn die Bundesregierung den Vorstellungen der Heilberufler nur in Teilen folgte, bleibt es doch ein Erfolg: Erstmals sind die Apotheker an einer gesetzlichen Regelung zur strukturierten Versorgung chronisch Kranker explizit beteiligt. Das ist kein Triumph, aber zumindest ein schöner Erfolg.

 

Daniel Rücker

Chefredakteur

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