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Kongress

»Lots of good EPSA-Spirit«

20.12.2010
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Von Johanna Lempp und Daniela Kolberg / Dieser Punkt stand mit auf der Packliste für die diesjährige EPSA Autumn Assembly. Doch was ist der EPSA-Spirit? Dies galt es Ende Oktober herauszufinden, denn dieses Jahr wurden wir in Helsinki zum EPSA-Kongress willkommen geheißen.

Aus Deutschland nahmen fünf Personen teil und vertraten den BPhD. Dies war sehr erfreulich, da der BPhD auf den letzten Kongressen aus zeitlichen Gründen nicht vertreten war. Überraschend war, dass kleinere Verbände, etwa aus den Niederlanden, Rumänien und der Türkei, mit mehr als 20 Personen anreisten. Insgesamt waren etwa 260 Studierende aus 22 verschiedenen europäischen Ländern anwesend.

Bei regnerisch kühlen 3 °C wurden wir schon auf den kommenden Winter eingestimmt. Zum Frieren hatten wir allerdings nicht sehr viel Zeit, da das Programm sehr voll gepackt war. Die Autumn Assembly lässt sich in drei Teile einteilen: die General Assembly, die Educational Conference, Workshop- und Trainingseinheiten.

 

Die General Assembly ist das höchste Entscheidungs­organ von EPSA. Jedes Land darf dafür zwei Delegierte benennen, die zur Stimmabgabe berechtigt sind. Dabei besitzt jedes Land nur eine Stimme, egal ob es 28 000 Studierende vertritt wie Frankreich oder nur 21 wie Litauen. Bevor aber über Anträge abgestimmt wurde, stellten alle EPSA-Vorständler ihre Rechenschafts­be­richte vor. Da es in EPSA viele Ämter gibt, dauert so etwas auch schon mal vier Stunden. Sehr interessant war, dass viele Themen nicht einfach nur abgenickt wurden, sondern es durchaus auch Diskussionen zu strittigen Punkten gab. So dauerte es fünf Stunden, bis sich alle Mitgliedsverbände auf ein neues Berechnungsverfahren für die Mitgliedsbeiträge und deren Höhe geeinigt hatten – aber das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

 

Das Thema der diesjährigen Educational Conference war Pharmaceutical Entrepreneurship. Zu diesem Thema wurden verschiedene Referenten eingeladen, die diverse Aspekte des Themas beleuchteten. So ging es bei dem Vortrag von Lorenz Hartung aus München darum, welche Eigenschaften einen Unternehmer auszeichnen und ob man Unternehmertum lernen kann. Die Antwort: Ja, man kann. Die Apotheker Diogo Cruz aus Portugal und Mikko Veräjänkorva aus Finnland berichteten von den Erfahrungen die sie gemacht haben, als sie eigene Unternehmen gründeten.

 

Die theoretischen Inhalte der Vorträge konnten in Workshops praktisch vertieft werden. Auch zu dem nach der Gründung eines Unternehmens wichtigen Marketing gab es einen Workshop. Aber auch alle, die sich nicht für das Thema Unternehmertum per se interessierten, hatten die Möglichkeit, sich beispielsweise in Workshops zu den Themen »Polypharmacology«, »How to prove our competence as young graduates« und »networking training« einzubringen.

Ein weiteres Highlight war, dass wir John Chave, Generalsekretär der PGEU (Pharmaceutical Group of the EU), treffen konnten. Sanziana Marcu, EPSAs Vicepresident of External Affairs, arbeitet aktiv in und mit dem PGEU-Sekretariat zusammen. Die PGEU ist einer der Hauptunterstützer von EPSA und hat sich uns und ihre Arbeit innerhalb Europas deshalb einmal vorgestellt.

 

Stadtführung per Straßenbahn

 

Neben der Arbeit hatten wir auch die Möglichkeit, Helsinki kennenzulernen. So gab es unter anderem eine Stadtrallye, bei der die international gemischten Gruppen Aufgaben erfüllen mussten. Eine Aufgabe war, den EPSA-Tanz vor dem Dom vorzuführen. Spätestens hier war dann auch klar, was es mit dem legendären EPSA-Spirit auf sich hat.

 

Mehr Sehenswürdigkeiten gab es bei der Stadtführung. Diese wurde mit der Straßenbahn durchgeführt. Sie endete im Studierendenhaus der Pharmaziestudierenden in Helsinki. Dort fand der Internationale Abend statt, bei dem jedes Land nationale Speisen und Getränke vorstellte und man so Europa noch einmal näher kennenlernen konnte. Zu einem typischen finnischen Abend gehörte natürlich auch ein Gang in die Sauna, hier wurde munter gesungen und gefeiert, inklusive Aufguss und dem Ritual mit den Birkenzweigen.

 

Zum Abschluss des Kongresses gab es ein Galadinner in der alten Students Hall. Es war eine schöne Atmosphäre und die auf verschiedenen Sprachen vorgebrachten traditionellen Lieder trugen viel zum europäischen Flair bei.

 

Nach dem Essen fand die letzte Feier mit Liveband und Gruppenfotos statt – der EPSA-Spirit hatte sich wie ein Lauffeuer verbreitet und alle Anwesenden angesteckt. Am Samstag hieß es dann leider Abschied nehmen, von Helsinki, von Finnland, von den anderen Pharmaziestudierenden, die sich in alle Teile Europas verwehten, von der Autumn Assembly – aber nicht vom Spirit und schon lange nicht von EPSA! Wer auch einmal den EPSA-Spirit live erleben will: als nächstes EPSA-Event findet der Annual Congress vom 11. bis 17. April 2010 in Lissabon statt. Informationen gibt es unter www.epsa-congress2011.com/ 

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