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Pharmacon Davos 2012

»Maximaler Spaß beim Spielen«

13.12.2011  07:47 Uhr

Von Ursula Gaisa / Er hat schon eine lange Tradition: der klassische Konzertabend mit ersten Preisträgern des Bundeswettbewerbs »Jugend musiziert« in Davos. 2012 wird er am Mittwoch, den 8. Februar, ab 20.45 Uhr stattfinden und präsentiert die Sopranistin Elisa-Frederike Stein, den Pianisten Alexander Vorontsov und den Harfenisten und Geiger Ansgar Deuschel.

Elisa-Frederike Stein (17) gewann 2011 beim Bundeswettbewerb in Neubrandenburg/Neustrelitz den 1. Preis in der Kategorie Gesang. Bereits im Alter von fünf Jahren begann sie, im Clara-Schumann-Kinder-und-Jugendchor Berlin mitzusingen und Geigenunterricht zu nehmen. Mit zwölf Jahren nahm sie Gesangsunterricht bei Susanne Dräger, die in ihr die Leidenschaft für den Sologesang weckte. Besonders gern singt sie Kunstlieder und Arien von Fauré, Grieg, Schumann und Reger, also aus der romantischen Epoche.

Großen Rückhalt findet sie auch bei Jörg Daniel Heinzmann, der sie seit fünf Jah­ren in Konzerten und beim Wettbewerb »Jugend musiziert« unterstützt hat. Er wird sie auch in Davos auf dem Klavier begleiten. »Durch den Gesang habe ich Freunde kennengelernt und viele wertvolle Erfahrungen gesammelt. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie mein Alltag aussähe, würde ich keine Musik machen. Wahrscheinlich wäre ich ein ganz anderer Mensch geworden«, meint die junge Künstlerin. Und weiter: »Die Musik hat mich mein Leben lang beeinflusst. Beim Singen kann man Gefühle äußern, in völlig andere Welten eintauchen und andere Menschen daran teilhaben lassen. Das gefällt mir so gut daran.«

 

Ebenso jung und begabt ist der Zweite im Bunde, der Pianist Alexander Vorontsov (16). Er spielt seit seinem sechsten Lebensjahr Klavier, mit elf kam er bereits in die Vorschule des Instituts zur Frühförderung Hochbegabter an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Seit 2008 ist er hier Jungstudent bei Elana Margolina-Hait. Nach seinen Vorbildern gefragt, stellt Alexander fest: »Ich finde, ein Vorbild ist sehr nützlich, solange man ein Kind ist. Heutzutage habe ich keines mehr, ich setze mir ein Ziel, nehme mir aber auch Beispiel an anderen Persönlichkeiten wie Schiller oder Beethoven, die sich in ihrer Kunst starkmachten und sich der spießigen Gesellschaft stellten, ihren ganz eigenen individuellen Charakter entwickelten.«

Ihn begeistert sowohl die Epoche des Barock als auch die Musik des 20. Jahrhunderts: Bach, weil »meiner Meinung nach das Fundament der gesamten Musik sich nach ihm bildete und seine Musik vollkommen ist, zum anderen bewundere ich Komponisten des Im- und Expressionismus wie Ravel, Prokofieff und Strawinsky, weil ihre Musik etwas Neues, Revolutionäres mit sich brachte, sie sich gegen die Regeln von Klassik und Tonalität stellten. Als gebürtiger Russe bin ich natürlich auch Liebhaber russischer Romantik mit Tschaikowsky, Rachmaninoff und Scriabin.« Alexander wird in Davos mit Beethovens Sonate A-Dur op. 2 Nr. 2 und Liszts »Après une lecture de Dante: Fantasia quasi Sonata« glänzen.

 

Ansgar Deuschel (17) ist als Erster Geiger und Harfenist Mitglied des Landesjugendorchesters Rheinland-Pfalz und des Jugendsinfonieorchesters Mannheim. Er ist Stipendiat der Wilhelm-Müller-Stiftung, der Domhof-Stiftung sowie der Deutschen Stiftung Musikleben. Mit sechs Jahren begann er, Geige zu spielen; erst mit elf Jahren kam die Harfe dazu, die sich mit der Zeit aber zu seinem Hauptinstrument entwickelte: »Vorbilder habe ich keine direkten. Mein Ehrgeiz entsteht eher durch das Streben nach maximalem Spaß beim Spielen, was meiner Erfahrung nach mit technischer Qualität zusammenhängt. In meiner Musik widme ich mich neuerdings auch dem Gebiet der klassischen Moderne und der Neuen Musik. Werke aus Barock, Klassik und Romantik waren schon immer interessant für mich.« In Davos wird Ansgar Deuschel unter anderem die Grand Fantasie »La Mandoline« für Harfe von Elias Parish Alvars zum Besten geben.

 

Karten gibt es ab Samstag, den 4. Februar, im Kongressbüro, Eingang Talstraße und an der Abendkasse. /

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