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Klassisches Konzert

Erstaunliche musikalische Reife

04.06.2014
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Von Christiane Eckert-Lill / Der Montagabend stand in Meran auch dieses Jahr wieder ganz im Zeichen eines Konzerts mit jungen, hochtalentierten Musikern, die beim Bundeswettbewerb »Jugend musiziert« erste Preise gewonnen hatten und von der Bundesapothekerkammer mit Sonderpreisen ausgezeichnet wurden. Dieses Mal waren es der Geiger Leonard Avelini, der Cellist Levin Stülpnagel und die Pianistin Annique Göttler.

Den Auftakt machten Stülpnagel und Göttler mit Niccolò Paganinis Variationen über ein Thema von Rossini aus der Oper Mosè in Egitto für Violoncello und Klavier. So wie er Violine spielte – nicht umsonst wurde er der Teufelsgeiger genannt –, so komponierte Paganini auch. In derselben Manier bewältigte Stülpnagel die Variationen: technisch brillant auch in den hohen Lagen, sehr ausdrucksstark, in wunderbarem Zusammen- und Wechselspiel mit Göttler am Klavier.

 

Dass sie auch eine hervorragende Solistin ist, bewies Göttler mit der Klaviersonate op. 81a Es-Dur »Les Adieux« von Ludwig van Beethoven und den Études op. 25 Nr. 9 Ges-Dur sowie Nr. 12 c-Moll von Frédéric Chopin. In seiner Sonate verarbeitete Beethoven die kriegsbedingte Flucht und Rückkehr seines Schülers, Gönners und Freunds Rudolf Erzherzog von Österreich. Technisch ausgezeichnet schilderte Göttler den Gemütszustand Beethovens vom beklemmend schwermütigen »Lebewohl«, dem Hoffen und Bangen während der »Abwesenheit« bis zum ungestüm überschießenden »Wiedersehen«. Ihr Ausnahmetalent zeigte sie auch mit den zwei Stücken des Etüdenwerks op. 25 von Chopin.

 

Nach der Pause erklang das Klaviertrio Nr. 1 op. 8 von Dmitri Schostakowitsch, ein Jugendwerk des russischen Komponisten. Den Musikern gelang es hervorragend, die kontrastierenden Themenkomplexe chromatisch/diatonisch sowie fallend/steigend in ständig neuen Brechungen gegenüberzustellen. Gleichwohl harmonierten die drei Künstler ungewöhnlich gut miteinander. Sie spielten technisch perfekt, mit wunderschönem Klang und mit erstaunlicher musikalischer Reife und Balance. Das zeigten sie auch beim Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 49 von Felix Mendelssohn Bartholdy.

 

Das Publikum war von dem Konzert begeistert und bedankte sich mit sehr viel Applaus. Unterstützt wurde der Abend von der Deutschen Krankenversicherung (DKV). /

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