Pharmazeutische Zeitung online
Anwendungsbeobachtung

Phytohustil Hustenreizstiller Sirup im Alltag

06.12.2016
Datenschutz bei der PZ

Von Careen Fink und Monika Walter / Eine aktuelle nicht-interventionelle apothekenbasierte Erhebung zeigt, dass die Anwendung von Phytohustil® Hustenreizstiller Sirup eine gute Empfehlung für die Patienten ist, die in der Apotheke wegen Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und damit verbundenem trockenen Reizhusten um Rat fragen. Die Teilnehmer bescheinigten dem Phytotherapeutikum eine gute bis sehr gute Wirksamkeit sowie eine sehr gute Verträglichkeit und zeigten sich in hohem Maße zufrieden mit der Medikation.

Husten ist ein häufiges Symptom im Rahmen einer Erkältung und kann als trockener Reizhusten oder in Form eines produktiven Hustens auftreten. Letzterer ist mit dem Auswurf von Schleim assoziiert und hat die Aufgabe, die Atemwege von obstruktivem oder irritativem Material zu reinigen. Trockener Reizhusten dagegen hat keinen physiologischen Nutzen. Betroffene empfinden ihn oft als unangenehm, belastend und schmerzhaft. Nächtliche Hustenattacken können den Schlaf der Patienten erheblich stören. In einer 2015 publizierten Untersuchung gaben über 80 Prozent der Befragten zu Protokoll, dass sie sich durch den Husten in ihrem Schlaf beeinträchtigt fühlen (1).

 

Eibisch (Althaea officinalis) gehört zu den Mucilaginosa, die Reizungen an Schleimhäuten in Mund- und Rachenraum und damit verbundenen trockenen Reizhusten lindern können. Der zu den Malvengewächsen gehörende Eibisch ist eine krautige Pflanze, die über einen Meter hoch wird und samtig-filzige Blätter sowie große, rötlich weiße Blüten aufweist. Arzneilich verwendet werden Wurzeln und Blätter, wobei Letztere weniger wirksam sind als die Wurzeldroge. Wertbestimmender Inhaltsstoff des Eibischwurzelextraktes ist ein Polysaccharidgemisch, das mit einem Anteil von 5 Prozent bis 11 Prozent in der Wurzel enthalten ist (2, 3).

 

Eibischwurzel (Althaeae radix) ist in der Phytotherapie etabliert und weist eine Reihe von positiven Monographien vor. Diese stammen von der Kommission E, der WHO (World Health Organization), der ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy) sowie dem Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC). Die Monographien bestätigen den sinnvollen therapeutischen Einsatz von Eibischwurzel zur symptomatischen Behandlung von Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und damit verbundenem trockenen Reizhusten (2, 4-7). Im Vordergrund steht dabei die von Polysacchariden des Eibischs gebildete Schutzschicht auf den Epithelien des Mund- und Rachenraums.

 

Diese schützt die gereizten Schleimhäute und die darin befindlichen Hustenrezeptoren vor weiteren Irritationen. Die stabilen Auflagerungen auf die Epithelien, die sich auch durch mehrfache Waschschritte nicht gänzlich entfernen lassen, konnten an isolierter buccaler Schleimhaut vom Tier gezeigt werden (8). Ein darüber hinausgehender pharmakologischer Effekt der Polysaccharide aus der Eibischwurzel ist die verbesserte Regenerationsfähigkeit der Epithelzellen: Es konnte gezeigt werden, dass die Polysaccharide durch Einstülpungen und Vesikelabschnürungen der Membran (endosomaler Transport) in die Epithelzellen aufgenommen werden und dort die Stoffwechselaktivität der Zellen steigern können (3).

 

Phytohustil Hustenreizstiller Sirup ist ein pflanzliches Arzneimittel, das zur symptomatischen Behandlung von Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und damit verbundenem trockenen Reizhusten zugelassen ist.

PZ-Originalia . . .

In der Rubrik Originalia werden wissen­schaftliche Untersuchungen und Studien veröffentlicht. Eingereichte Beiträge sollten in der Regel den Umfang von vier Druckseiten nicht überschreiten und per E-Mail geschickt werden. Die PZ behält sich vor, eingereichte Manuskripte abzulehnen. Die veröffentlichten Beiträge geben nicht grundsätzlich die Meinung der Redaktion wieder.

 

redaktion@avoxa.de

100 g Sirup (entsprechend 76,44 ml) enthalten 35,61 g eines mit gereinigtem Wasser hergestellten Eibischwurzelextraktes (1:19,5-23,5). Der Sirup kann bei Erwachsenen und Kindern ab einem Jahr zum Einsatz kommen. Soweit nicht anders verordnet, nehmen Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren viermal täglich 3 ml Sirup ein, Kinder zwischen 3 und 6 Jahren viermal täglich 4 ml, Kinder zwischen 6 und 12 Jahren fünfmal täglich 5 ml und Kinder ab 12 Jahren sowie Erwachsene drei- bis sechsmal täglich 10 ml. Falls nötig, kann der Sirup auch häufiger appliziert werden. Vor dem Schlucken sollte der Sirup möglichst lange im Mund- und Rachenraum behalten werden. Für die optimale Ausbildung des Schutzfilms erscheint es außerdem sinnvoll, bis zu 30 Minuten nach der Anwendung des Sirups nichts zu essen oder zu trinken. Die Dauer der Anwendung ist im Prinzip nicht begrenzt, bei Beschwerden, die länger als drei Tage anhalten beziehungsweise regelmäßig wiederkehren, sollten die Patienten jedoch an einen Arzt verwiesen werden.

Eine 2015 publizierte nicht-interventionelle Studie mit Lutschpastillen mit Eibischwurzelextrakt zeigte, dass Patienten mit Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum sowie damit verbundenem trockenen Reizhusten nach Anwendung des Phytopharmakons von einem substanziellen Rückgang aller Husten- und hustenassoziierten Beschwerden bei gleichzeitig sehr guter Verträglichkeit profitieren können (1). Für den Phytohustil Hustenreizstiller Sirup dagegen lagen bisher nur wenige systematische Daten zur Alltagstauglichkeit vor. Ziel der vorliegenden prospektiven multizentrischen apothekenbasierten Erhebung war somit, Daten zur Effektivität und Verträglichkeit sowie zur Anwenderzufriedenheit mit dem Hustensirup zu ge­winnen.

 

Apothekenbasierte Datenerhebung

Deutschlandweit konnten 152 Apotheken für die Teilnahme an der Studie gewonnen werden. Patienten, die zwischen Oktober 2015 und April 2016 in einer dieser Apotheken Phytohustil Hustenreizstiller Sirup kauften, wurden gebeten, an der Erhebung teilzunehmen. So konnten 561 Patienten gewonnen werden, die bereit waren, ihre Erfahrungen mit dem Prüfpräparat auf einem Fragebogen über einen Behandlungszeitraum von bis zu sieben Tagen zu dokumentieren. Der Fragebogen wurde anonymisiert an ein auswertendes Institut für klinische Prüfungen gesandt. Auswertbare Fragebögen lieferten 516 Patienten (= Full Analysis Set; FAS).

 

Wirksamkeit, Verträglichkeit und Zufriedenheit der Patienten mit dem Prüfpräparat Phytohustil Hustenreizstiller Sirup wurden anhand der Gesamteinschätzung der Patienten (Global subjects assessment) erhoben. Die Wirksamkeit wurde mithilfe der von den Patienten angegebenen Symptome und deren Intensität, die Verträglichkeit anhand genannter unerwünschter Effekte und deren Schwere bewertet. Unerwünschte Ereignisse wurden an die Arzneimittelsicherheit weitergeleitet und gemäß den einschlägigen Regularien prozessiert.

Das Alter der Patienten umfasste ein breites Altersspektrum – es reichte von 1 Jahr bis zu 87 Jahren – der Median lag bei 40,0 Jahren. Mehr als zwei Drittel der Befragten (67,3 Prozent) waren weiblich. In die Auswertung gingen alle 516 Fragebögen ein, auch die von Patienten mit Vorerkrankungen oder Co-Medikationen.

 

Zu den Gründen für die Einnahme des Hustensirups befragt, gaben zwei Drittel der Patienten an, dass ihnen Phytohustil Hustenreizstiller Sirup vom Apotheker/PTA empfohlen worden war (78,5 Prozent; n = 405). Etwa jeder fünfte Patient (17,8 Prozent; n = 92) hatte bereits zuvor gute Erfahrungen mit dem Produkt gemacht. Weitere Gründe für die Einnahme des Prüfpräparates waren: grundsätzliche Bevorzugung von Phytopharmaka (16,5 Prozent; n = 85) und Empfehlung von Freunden beziehungsweise Verwandten (10,9 Prozent; n = 56). Etwa die Hälfte der Patienten kannte die Darreichungsform Pastillen.

 

Symptomatik

Zu Beginn der Therapie war die Beeinträchtigung der Patienten durch den Husten erheblich: Etwa jeweils 90 Prozent der Patienten gaben an, dass sie sich durch den Husten im Alltag beziehungsweise in ihrem Schlaf eingeschränkt fühlen (91,6 Prozent; n = 471 beziehungsweise 89,7 Prozent; n = 460). Etwa die Hälfte der Befragten (51,4 Prozent; n = 263) stufte ihr Allgemeinbefinden zu Behandlungsbeginn als mittel und ein weiteres Drittel (33,6 Prozent; n = 172) als schlecht ein. Die Ausprägung des Hustens empfanden vor der Behandlung 88,9 Prozent (n = 438) der Patienten als sehr stark oder stark. Der Husten bestand bei knapp der Hälfte der Patienten (43,5 Prozent; n = 224) zu Therapiebeginn seit maximal zwei Tagen, bei der anderen Hälfte (45,8 Prozent; n = 236) seit drei bis sechs Tagen. Rund 10 Prozent der Patienten (10,7 Prozent; n = 55) waren bereits seit mehr als sechs Tagen vom Husten betroffen.

 

Neben dem trockenen Reizhusten litten die Patienten unter einem Trockenheitsgefühl im Mund- und Rachenraum, das bei 49,9 Prozent (n = 237) der Patienten vor der Therapie stark bis sehr stark ausgeprägt war. Außerdem klagten sie über ein Kratzen im Hals (stark bis sehr stark ausgeprägt bei 57,8 Prozent; n = 274) sowie Halsschmerzen und Schmerzen in den Bronchien (stark bis sehr stark ausgeprägt bei 28,3 Prozent; n = 132 beziehungsweise 29,0 Prozent; n = 133). Die mediane Behandlungsdauer mit dem Prüfpräparat betrug vier Tage. Dabei wurde der Sirup in den ersten beiden Behandlungstagen eher häufiger eingenommen (zum Beispiel drei- bis sechsmal 10 ml pro Tag). Danach wurde die Einnahmefrequenz reduziert. Die mediane Dosis über sieben Tage betrug 31,9 ± 13,2 ml.

 

Wirksamkeit

Nach der Einnahme setzt die Wirkung des Phytohustil Hustenreizstiller Sirups sofort ein: Mehr als die Hälfte der Patienten (59 Prozent) verspürte den positiven Effekt des Sirups bereits innerhalb von 10 Minuten, etwa ein Drittel der Patienten (32,5 Prozent; n = 167) empfand sogar schon innerhalb von fünf Minuten eine Linderung der Beschwerden (Abbildung 1).

 

Die Wirkdauer des Sirups gaben 72,7 Prozent der Patienten mit einer bis vier Stunden an – beim größten Teil der Patienten (42,0 Prozent; n = 214) hielt die Wirkung zwischen zwei und vier Stunden an; 40,6 Prozent (n = 207) der Patienten notierten eine Wirkdauer von bis zu zwei Stunden und 17,4 Prozent (n = 89) von mehr als vier Stunden.

 

Mehr als drei Viertel der Patienten erreichten unter dem Sirup eine Verbesserung ihrer Symptome: In der Zeit bis zum Ende der Therapie beziehungsweise innerhalb von maximal sieben Tagen besserte sich das zentrale Symptom Reizhusten bei 81,4 Prozent der Patienten (n = 394; 95 Prozent-Konfidenzintervall 77,6-84,8). Beim Kratzen im Hals profitierten 74,8 Prozent der Patienten (n = 329; 95 Prozent-KI: 70,4-78,8), bei den Halsschmerzen 68,3 Prozent (n = 235, 95 Prozent-KI: 63,1-73,2), beim Trockenheitsgefühl im Hals 72,4 Prozent (n = 305; 95 Prozent-KI: 67,9-76,7) und bei den Schmerzen in den Bronchien 67,7 Prozent (n = 193; 95 Prozent-KI: 62,0-73,1, Abbildung 2).

 

Entsprechend positiv fiel die allgemeine Bewertung der Wirksamkeit durch die Patienten aus: 83,7 Prozent der Hustenpatienten waren der Ansicht, dass Phytohustil Hustenreizstiller Sirup sehr gut beziehungsweise gut wirkt (Abbildung 3). Die Anzahl der Patienten, die Angaben zur Wirksamkeit machten, wurde dabei von Tag zu Tag niedriger. Aus gutem Grund: Die mit Abstand häufigste Ursache (91,7 Prozent) für den Abbruch der Behandlung war das Fehlen von Symptomen – also das Verschwinden der Erkrankung. Nur 7,0 Prozent (n = 36) gaben mangelnde Wirksamkeit als Grund für den Therapieabbruch an, kein Patient beendete die Studie wegen Nebenwirkungen.

Diese Angaben stehen auch im Einklang mit dem nachlassenden Krankheitsgefühl der Patienten unter der Therapie mit dem Phytopharmakon: Vor der ersten Einnahme stuften weniger als 10 Prozent der Patienten (8,4 Prozent; n = 43) das allgemeine Wohlbefinden als gut ein, nach der Behandlung stieg der Anteil der Patienten mit gutem Wohlbefinden auf 64,9 Prozent (n = 334, Abbildung 4). Weitere 20 Prozent der Patienten (n = 103) gaben am Ende der Therapie sogar ein sehr gutes Wohlbefinden zu Protokoll (Therapiebeginn 0,8 Prozent; n = 4). Die gesundheitsbezogene Lebensqualität stuften zu Therapiebeginn nur 44,0 Prozent der Patienten (n = 225) als gut oder sehr gut ein, nach der Behandlung stieg der Wert auf 87 Prozent (n = 447) an. Die positiven Studienergebnisse sind auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass nur 42 Prozent der Patienten angaben, Mehrfachanwender des Sirups zu sein.

 

Verträglichkeit

 

Nahezu alle Patienten (98,8 Prozent) schätzen die globale Verträglichkeit des Sirups als sehr gut (56,9 Prozent, n = 285) oder gut ein (41,9 Prozent, n = 210, Abbildung 5). Es traten unter den Patienten keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auf, 3 der 516 Patienten berichteten von leichten unerwünschten Effekten wie Blähungen.

 

Dem entsprechend war die Gesamtzufriedenheit der Patienten mit dem Phytohustil Hustenreizstiller Sirup groß: 84,9 Prozent der Patienten (n = 437) gaben zu Protokoll, sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden mit dem Sirup gewesen zu sein (Abbildung 6). Und: 87,1 Prozent der 512 Patienten würden im Falle eines erneuten Hustens den Sirup wieder kaufen beziehungsweise gaben an, das Präparat weiterzuempfehlen.

 

Fazit

 

In die apothekenbasierte Studie waren Patienten mit trockenem Reizhusten in einem großen Altersspektrum und ohne Berücksichtigung potenzieller Vorerkrankungen oder Co-Medikationen eingeschlossen. Das lässt die Schlussfolgerung zu, dass Phytohustil Hustenreizstiller Sirup gut zur Behandlung von Reizhusten bei einem breiten Patientenkreis empfohlen werden kann.

 

Die Ergebnisse der nicht-interventionellen Erhebung spiegeln die Anwendung des Phytopharmakons im therapeutischen Alltag wider und machen deutlich, dass Phytohustil Hustenreizstiller Sirup laut der Anwender eine schnelle Wirksamkeit, hohe Effektivität und eine sehr gute Verträglichkeit bei der Behandlung von trockenem Reizhusten hat. Zudem gaben die Anwender geben eine hohe Zufriedenheit mit dem Produkt an. /

Literatur

 

  1. Fink C et al., Anwendungsbeobachtung: Phytohustil Hustenreizstille Pastillen im Alltag. Pharm Ztg. 2015;160(43): 42-48
  2. Fintelmann V, Weiss RF, Lehrbuch der Phytotherapie, Hippokrates Verlag, Stuttgart, 10. Auflage, 2002
  3. Kommission E, Bundesanzeiger 1989, Heftnummer 43
  4. WHO Monographs on selected medicinal plants – Volume 2, 2004; http://apps.who.int/medicinedocs/en/d/Js4927e/
  5. ESCOP Monographs 2nd Edition 2003
  6. EMA European Medicines Agency 2016; MA/HMPC/436679/2015, 12.07.2016
  7. Deters A. et al., Aqueous extracts and polysaccharides from Marshmallow roots (Althea officinalis L.): cellular internalisation and stimulation of cell physiology of human epithelial cells in vitro. J Ethnopharmacol. 2010; 127(1): 62-9
  8. Schmidgal J et al., Evidence for bioadhesive effects of polysaccharides and polysacchararide-containing herbs in an ex-vivo bioadhesion assay on buccal membranes. Planta Medica 2000; 66:48-53

Kontakt

Dr. Careen Fink

Bayer Consumer Health

Phytomedicines Supply and Development Center Darmstadt

Havelstr. 5

64295 Darmstadt

Mehr von Avoxa