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Down-Therapie im Mutterleib

02.12.2008
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Down-Therapie im Mutterleib

PZ / Die kognitiven Störungen beim Downsyndrom (Trisomie 21) lassen sich im Tierversuch durch die Gabe von neuroprotektiven Proteinen an die Schwangere vermindern. Dies entdeckten Catherine Spong und ihre Kollegen vom National Institute of Child and Human Development in Bethesda. Schon seit Längerem war bekannt, dass Patienten mit Downsyndrom Störungen in den Gliazellen im Gehirn aufweisen. Diese Zellen geben normalerweise Proteine ab, darunter die Moleküle NAP und SAL, die Entwicklung und Funktion der Neurone regulieren. Bei Down-Patienten ist diese Produktion beeinträchtigt. In Zellkulturversuchen konnte die Zugabe von NAP und SAL Neurone von Down-Patienten schützen. Daher entschloss sich das Team um Spong zu einem Tierversuch: Sie injizierten trächtigen Mäusen, deren Nachkommen partielle Trisomie 16 aufwiesen (ein Modell für Downsyndrom), zu einem späten Zeitpunkt der Schwangerschaft NAP und SAL. Da die Moleküle placentagängig sind, erreichten sie das Gehirn der Feten. Die Nachkommen erreichten nach der Geburt wichtige Entwicklungsstufen genauso schnell wie gesunde Mäuse, berichten die Forscher im Fachjournal »Obstetrics and Gynecology« Band 112, Seite 1242). Ob diese Therapie auch eines Tages beim Menschen angewendet werden könnte, ist unklar. Zuerst muss die Sicherheit der Proteine getestet werden.

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