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Großhandel

Noweda setzt auf Expansion

29.11.2011
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Von Daniela Biermann, Essen / Es sind schlechte Zeiten für Apotheker und Großhändler. Angesichts sinkender Roherträge warb Noweda für den Genossenschaftsgedanken. Alle Mitglieder sollten nur über ihr eigenes Unternehmen bestellen. Zudem will Noweda weitere Mitglieder gewinnen und kaufte erstmals Anteile an einem ausländischen Pharmagroßhändler.

Der genossenschaftliche Pharmagroßhandel Noweda hat sich im abgeschlossenen Geschäftsjahr deutlich über dem Marktdurchschnitt entwickelt. Das Umsatzwachstum betrug 5,2 Prozent gegenüber 1,8 Prozent im gesamten Pharmagroßhandel, berichtete Vorstandsvorsitzender Wilfried Hollmann in der Generalversammlung in Essen. Das Unternehmen kann einen Bilanzgewinn von 21,9 Millionen Euro ausweisen. Diese 16,6 Millionen Euro schüttet der Großhandel an seine mittlerweile 8188 Mitglieder aus. Dies entspricht einer Bardividende in Höhe von 9,35 Prozent auf die Grundanteile und 11,22 Prozent auf die freiwilligen Anteile und damit der Dividende des Vorjahres.

 

Trübe Aussichten

 

Zwar ist Noweda mit einem Eigenkapitalanteil von 34,9 Prozent gut ausgestattet. Die Marktsituation wird jedoch zunehmend schwieriger. So sank im zweiten Geschäftshalbjahr der Rohertrag um 2,9 Prozent, was 5,7 Millionen Euro entspricht, und die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr sind eher trübe. Als Gründe nannte Hollmann das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG), den verschärften Wettbewerb unter den Großhändlern und schlechtere Einkaufskonditionen seitens der Hersteller. Der Verkauf der Anzag-Anteile federte dies im abgeschlossenen Geschäftsjahr ab. Als Bedrohung sieht Hollmann auch die zunehmende Direktbelieferung von Herstellern an Apotheken. Noweda könne durch Sparen nicht alles ausgleichen, kündigte Hollmann an. »Sonst müssten wir Leistungen deutlich einschränken. Das kann aber nicht in Ihrem Sinne sein.«

Noch in diesem Jahr müsse auch Noweda neue Konditionen mit den Apotheken aushandeln, denn 2012 greifen weitere Sparmaßnahmen von gesetzlicher Seite. Die Rabatte werden sich stärker an den abgenommenen Packungen orientieren. Um sich weiter auf dem Großhandelsmarkt behaupten zu können, appellierte Hollmann an die Noweda-Mitglieder, mit ihrem eigenen Unternehmen intensiv zusammenzuarbeiten, also mindestens 90 Prozent ihrer Waren nur über Noweda abzuwickeln, auf eine rationelle Bestellung zu achten und auf die kurzfristigen finanziellen Vorteile einer Direktbelieferung zu verzichten.

 

Letztere würde langfristig negative Konsequenzen für die Apotheken haben. Hollmann betonte zudem, dass Noweda den im AMNOG beschlossenen Großhandelsabschlag nicht wie manche Konkurrenten auf die Apotheker umgelegt habe. Als apothekereigenes Unternehmen stünden weiterhin die Interessen der inhabergeführten Apotheken im Mittelpunkt.

 

Zukauf in Luxemburg

 

Um sich breiter aufzustellen, will Noweda die Aktienmehrheit (rund 67 Prozent) des luxemburgischen Großhändlers CPL übernehmen. CPL (Comptoir Pharmaceutique Luxembourgeois) hat, so Hollmann, in Luxemburg einen Marktanteil von 45 Prozent mit einem Jahresumsatz von 100 Millionen Euro. Das soll ausgebaut werden, auch durch Synergieeffekte mit Noweda. Eine Umfirmierung unter dem Namen Noweda sei nicht vorgesehen. CPL sei ein rentables Unternehmen, das 93 Apotheken in Luxemburg beliefere. Das Sortiment umfasst 16 000 Artikel, vor allem aus Belgien, aber auch aus Deutschland. /

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