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Gutes Geschäftsjahr für Noweda

25.11.2015
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Von Kerstin Pohl, Essen / Mit dem abgeschlossenen Geschäftsjahr ist die Noweda zufrieden. Die Genossenschaft sei rundum solide finanziert, sagte der Vorstandsvorsitzende Wilfried Hollman vergangene Woche bei der General­versammlung in Essen.

Hollmann präsentierte die Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2014/2015. Demnach ist der Umsatz auf 5,26 Milliarden Euro gestiegen – ein Plus von 8,4  Prozent (408 Millionen Euro) im Vergleich zum Vorjahr. 379 Millionen Euro des Zuwachses entfallen auf das Inlandsgeschäft, 29 Millionen Euro auf das Ausland.

Auch die Bilanzsumme, die das Anlage- und Umlaufvermögen der Noweda umfasst, machte einen Sprung auf 1,02  Milliarden Euro (Vorjahr: 922,3 Millionen Euro).

 

Mit einem Eigenkapital von 353,6  Millionen Euro und einem Anlagevermögen von 157,9 Millionen Euro stehe die Noweda rundum solide da, sagte Hollmann. Kopfschmerzen bereite ihm jedoch der Rohertrag. Der Grund seien rückläufige Margen bei rezeptpflichtigen Medikamenten und veränderte Konditionen im Lieferantenbereich.

 

Zufrieden zeigte sich der Vorstandsvorsitzende hingegen mit Blick auf den Mitgliederzuwachs. Die Noweda konnte im letzten Jahr 306 neue Mitglieder begrüßen. Da zugleich auch einige Mitglieder ausgeschieden sind, etwa aufgrund von Apothekenschließungen oder dem Übergang in den Ruhestand, ergibt sich rechnerisch ein Zuwachs um 38 neue Mitglieder auf insgesamt 8747.

 

Mit Blick auf das neue Geschäftsjahr ist Hollmann ebenfalls optimistisch. Dies lasse ebenfalls ein gutes Jahresergebnis erwarten, besonders im Hinblick auf den neuen Standort Böblingen, sagte er. Hier hat die Noweda neue Investitionen mit dem Kauf eines Grundstücks getätigt – an der zwanzigsten Noweda-Niederlassung wird zurzeit gebaut.

 

Aufgrund der Umsatzentwicklungen fällt auch die Brutto-Dividende für die Mitglieder genau wie im letzten Jahr positiv aus. Sie liegt bei 11 Prozent für die Grundanteile und 13,2 Prozent für die freiwilligen Anteile.

Kritische Töne

 

Nicht alles verläuft aber zur Zufriedenheit der Genossenschaftler. Kritik am Verhalten mancher Apotheker wurde laut, die OTC-Präparate zu Schleuderpreisen als Ramschware handeln würden. Discountpreise für OTC-Produkte seien ökonomischer Unsinn und bedeuteten einen Imageverlust für die Apotheken, sagte Hollmann.

 

Negativ sei auch die Entwicklung der hochpreisigen Artikel, die durch Deckelung des Zuschlages auf nur 38,50 Euro und mit einem Umsatzanteil von mehr als 20 Prozent und einer durchschnittlichen Handelsspanne von circa 1 Prozent eine wirtschaftliche Belastung darstellten, so Hollmann. Hinzu komme die mangelhafte Vergütung der Apotheken mit einer nur 3-prozentigen Honoraranhebung innerhalb von zehn Jahren.

 

Auf der Generalversammlung wurden Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig entlastet. Der Jahresabschluss zum 30. Juni 2015 sowie die Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns wurden genehmigt. Bei der Mitgliederwahl zum Aufsichtsrat wurden Brigitte Keil und Katja Wrede, wiedergewählt. Als Ersatz für Klaus Brauer, der mit Erreichen der satzungsmäßigen Altersgrenze den Aufsichtsrat verlässt, rückt Arnt Heilmann nach.

 

Apotheker Matthias Lempka wurde zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats und damit zum Nachfolger von Brauer gewählt.

 

Unter Beifall erhielt Brauer die Günther-Büsch-Ehrengabe. Als Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrates wurde er damit für seine besonderen Verdienste um die Noweda ausgezeichnet. Erstmalig wurde mit ihm auch ein Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates ernannt. /

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