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Noweda-Hauptversammlung

Keine Konkurrenz zu den Verbänden

23.11.2016
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Von Kerstin Pohl, Essen / Vorstand und Aufsichtsrat der Noweda zeigten sich auf der Generalversammlung am 19. November zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2015/2016. Lediglich die geplanten Satzungsänderungen führten bereits im Vorfeld zu Unstimmigkeiten. Für Unmut sorgte das Urteil des Europäischen Gerichtshofs.

Auch in diesem Jahr konnte das Unternehmen seinen Mitgliedern wieder einen positiven Geschäftsbericht präsentieren. Die Noweda habe alle Herausforderungen gut bewältigt und der Vorstand sei mit den Ergebnissen des letzten Geschäftsjahres zufrieden, sagte Noweda-Chef Wilfried Hollmann.

Den 19. Oktober bezeichnete Hollmann als schwarzen Mittwoch, das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) sei politisch skandalös. Hollmann warnte davor, als Reaktion auf das Urteil in einen Boni-Gewährungswahn zu verfallen. Die einzige richtige Reaktion sei ein Rx-Versandhandelsverbot und eine gewisse Gelassenheit. Gastredner ABDA-Präsident Friedemann Schmidt rief zum Schulterschluss auf: Es bestünde kein Anlass, an der Entschlossenheit des Bundesministeriums zur Lösung des Problems zu zweifeln. Politik und Patienten stünden einem möglichen Rx-Versandverbot positiv gegenüber.

 

Die Umsatzerlöse sind gegenüber dem Vorjahr von rund 5,2 Milliarden um 6 Prozent (315 Millionen) auf rund 5,5 Milliarden Euro gestiegen. Auf Deutschland fallen dabei 4,15 Prozent Umsatzsteigerung. Im Ausland sind ebenfalls Umsatzsteigerungen zu verzeichnen: Im Tochterunternehmen CPL in Luxemburg stiegen die Umsatzerlöse um 11,4 Prozent von 127,9 auf 142,5 Millionen Euro. Dieser Erfolg ist nach Unternehmensangaben darauf zurückzuführen, dass alle 95 luxemburgischen Apotheken mit CPL zusammenarbeiten. Auch das Tochterunternehmen PharmaFocus in der Schweiz zeigt eine positive Entwicklung: die Umsatzerlöse sind von 90 Millionen auf 175,2 Millionen Franken gestiegen.

 

Gut lief es Hollmann zufolge auch in puncto Mitgliederentwicklung: 275 Apotheker sind der Noweda beigetreten und Miteigentümer geworden. Die Gesamtzahl liegt nun – bei Gegenrechnung von Austritten durch Kündigung, Tod oder Apothekenübernahme – bei 8793 (Vorjahr: 8747).

 

Die Bilanzsumme ist um 1,6 Prozent auf 1,035 Milliarden angestiegen, das Anlagevermögen um 9 Millionen auf 166,6 Millionen.

 

Viel Unruhe

 

Bereits im Vorfeld sorgte eine Formulierung in der geplanten Satzungsänderung für Unruhe. Demnach sollte Noweda »die wirtschaftlichen Interessen der Mitglieder und ihrer Betriebe gegenüber der Politik, der Öffentlichkeit und sonstigen Dritten« vertreten. Nun hieß es, die Noweda wolle nicht die Arbeit der Verbände ersetzen. Im Gegenteil: sie unterstütze die inhabergeführten, selbstständigen Apotheker. Man habe keine Irritationen hervorrufen wollen. Die entsprechende Formulierung wurde deshalb ersatzlos gestrichen.

 

Für Hollmann war es die letzte Generalversammlung als Vorstandsvorsitzender. Er hat die satzungsmäßige Altersgrenze von 67 erreicht und hört nach insgesamt 40 Berufsjahren zum 31. Dezember auf. Sein Nachfolger wird Vorstandsmitglied Michael P. Kuck. /

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