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Anzag

Marktposition gut behauptet

27.11.2007
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Anzag

Marktposition gut behauptet

Von Daniela Biermann, Frankfurt am Main

 

Seinen Platz im deutschen Pharmagroßhandel konnte Anzag im Geschäftsjahr 2007 verbessern. Den Gewinn macht das Unternehmen jedoch im Ausland. Wichtiger Partner bleibt die selbstständige deutsche Apotheke.

 

Ein gemischtes Ergebnis stellte der Pharmagroßhändler Andreae-Noris Zahn AG (Anzag) am Dienstag in Frankfurt am Main vor: Seinen Umsatz konnte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr zwar um 7,7 Prozent auf 3,68 Milliarden Euro steigern. Doch die stärkere Konkurrenz durch Mitbewerber, der zunehmende Direktvertrieb durch die Industrie und die politisch gewollten Arzneimittelpreissenkungen führten insgesamt zu Margen-Einbußen in Deutschland. Das Ergebnis vor Steuern sank um 2,1 Prozent auf 32,8 Millionen Euro.

 

»Der Wettbewerb hat sich deutlich verschärft«, erklärte Vorstandsvorsitzender Dr. Thomas Trümper. »Doch wir haben unsere Marktposition gut behauptet.« Mit geschätzten 16,5 Prozent Marktanteil sei Anzag inzwischen die Nummer zwei im deutschen Pharmagroßhandel. »Wir stehen sehr gut in Deutschland da.« Insgesamt habe das Unternehmen sein Ziel erreicht, ein Ergebnis auf Vorjahresniveau zu erwirtschaften. Zufrieden ist Anzag jedoch nicht mit den Erträgen.

 

Dagegen entwickelten sich die Geschäfte der Tochtergesellschaften in Kroatien und Rumänien gut. Etwa die Hälfte des Umsatzwachstums stammt aus dem Ausland. »Unsere Strategie, in Wachstumsmärkte zu investieren, hat sich als richtig erwiesen«, sagte Trümper. Anzag will im Ausland weiter expandieren, erstrebe aber »kein Wachstum um jeden Preis«. Der Fokus liege auf Südosteuropa. Bisher ist Anzag zu 49 Prozent an der kroatischen Oktal Pharma und zu 60 Prozent am rumänischen Unternehmen Farmexpert beteiligt.

 

In Deutschland setzt der Großhändler auch in Zukunft auf die selbstständige Apotheke. »Wir sehen im gegenwärtigen Distributionssystem die Zukunft. Die inhabergeführte Apotheke wird erfolgreich sein.« Auch volkswirtschaftlich gesehen sei die Belieferung durch den Großhändler das Optimum für alle Seiten. Bei Direktbelieferungen würden die Kosten für Hersteller und Apotheken durch den erhöhten Aufwand steigen. »Wir arbeiten am preiswertesten und am einfachsten. Das hat auch die Politik erkannt«, sagte Trümper.

 

Allerdings warnte er vor weiteren Preiseinschnitten durch die Politik: »Wenn sich der Trend so fortsetzen würde, würde es für uns als pharmazeutischen Großhandel in Deutschland schon bald unmöglich, die Versorgung der Apotheke mit Arzneimitteln in der gewohnten Qualität aufrechtzuerhalten«.

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