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Management-Kongress

Bleibt alles, wie es ist – oder besser nicht?

19.11.2012
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Von Daniel Rücker / Apotheke und Arzneimittel gehören unmittelbar zusammen. Der Arzneimittelmarkt ist in ständiger Bewegung. Beim PZ-Management-Kongress im kommenden März auf Mallorca geht es um die Apotheke 2015. Am ersten Kongresstag zeigen vier Arzneimittelexperten auf, wie sich der Markt verändert und was dies für die Apotheken bedeuten kann.

Forschung und Sparsamkeit sind die wesentlichen Triebfedern für Veränderungen in der Arzneimittelversorgung. Forschende Pharmaunternehmen entwickeln neue Medikamente, die nach der Zulassung noch die Hürde der Nutzenbewertung überspringen müssen. Hat ein Arzneimittel einen Zusatznutzen, dann steigt für den Hersteller die Chance auf eine anständige Vergütung. Ist das neue Präparat nur so gut wie bereits eingeführte Medikamente, dann kann das Unternehmen auf seinen hohen Entwicklungskosten sitzenbleiben.

 

Der Markt verändert sich

 

Pharmaunternehmen werden deshalb dort investieren, wo der Markt möglichst groß und die Konkurrenz möglichst gering ist. Klar ist, dass die neuen Rahmenbedingungen, die das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz mit sich gebracht hat, den Markt verändern werden. Wie genau, das erklärt der ehemalige Chefredakteur der Pharmazeutischen Zeitung, Professor Dr. Hartmut Morck, der heute auch Pharmaunternehmen dazu berät, wie sie die Hürden vor dem Markteintritt überwinden können.

Doch nicht nur der Rx-Markt verändert sich, auch bei Selbstmedikationsarzneimitteln ist der Markt in Bewegung. Weil auch hier die Zulassung immer aufwendiger und teurer wird, schwenken Hersteller aus Kostengründen auf Nahrungsergänzungsmittel und Medizinprodukte um. Das gilt für chemische Arzneimittel, aber auch für Phytopharmaka.

 

Aber was bedeutet dies für Qualität und Wirksamkeit? Wo werden solche Präparate in Zukunft verkauft? Ist es für Apotheken sinnvoll, dieselben Präparate anzubieten wie Drogeriemärkte es tun? Professor Dr. Michael Popp ist Besitzer und Geschäftsführer des Phytopharmakaherstellers Bionorica und stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie. In seinem Unternehmen setzt er auf Forschung und Evidenz. Auf Mallorca erläutert er, warum auch bei OTC-Arzneimitteln die Qualität stimmen muss, worauf Apotheker und PTA achten müssen und welche Präparate nicht in die Apotheke gehören.

 

In Zukunft werden Arzneimittel wahrscheinlich noch zielgenauer eingesetzt. Welches Medikament in welcher Dosierung für einen Kranken richtig ist, hängt von individuellen Faktoren ab. Das Genom entscheidet mit, ob ein Arzneimittel wirkt, wie schnell es abgebaut wird und wie es dosiert werden muss. Die personalisierte oder stratifizierte Medizin berücksichtigt diese Aspekte.

 

Am Beginn steht eine Analyse der für die Verstoffwechselung von Arzneimitteln notwendigen Gene. Auch dies kann bereits in der Apotheke geschehen. Am Ende steht im Idealfall eine passgenaue, für den Patienten optimale Behandlung. Für die Apotheker bedeutet dies mehr Verantwortung und mehr Beratung. Professor Dr. Theo Dingermann von der Universität Frankfurt am Main erwartet von seinen Kollegen in der Offizin, dass sie sich auf diese Aufgabe vorbereiten, denn für ihn steht fest: Diese neue Therapie ist eine große Chance für die Apotheker.

 

Chance und Herausforderung

 

Eine große Chance bietet auch das ABDA-KBV-Modell. Nachdem die meisten Hindernisse ausgeräumt sind, wollen ab kommendem Frühjahr Apotheker und Ärzte in Sachsen und Thüringen die strukturierte Zusammenarbeit der beiden akademischen Heilberufe erproben. Für die Apotheker haben Professor Dr. Martin Schulz, ABDA- Geschäftsführer für den Bereich Arzneimittel, und seine Mitarbeiter das Konzept entwickelt. Schulz erklärt auf Mallorca, was auf Apotheker und ihre Mitarbeiter zukommt, wenn das Medikationsmanagement Bestandteil der praktischen Arbeit in den Apotheken wird. Braucht es dafür mehr Mitarbeiter, andere oder besser ausgebildete?

 

Der PZ-Management-Kongress »Ideen für morgen – Apotheke 2015« findet vom 20. bis 23. März 2013 im Hotel Castillo in Son Vida nordwestlich von Palma statt. Er wird unterstützt von der VSA, Awinta, Bionorica und Pharmaprivat. Das Kongressprogramm finden Sie ab Seite 45, die Anmeldeunterlagen im Serviceteil der Druckausgabe. /

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