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ZL-Rezeptur-Ringversuche 2011

Rezepturherstellung in der Apotheke – Qualität auf hohem Niveau

23.11.2010
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ZL / Im Jahr 2011 bietet das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker (ZL) wie in den vergangenen Jahren drei Ringversuche zur Qualitätssicherung von in der Apotheke hergestellten Rezepturen an. Optional ist diesmal im 1. Ringversuch die Überprüfung der Rezeptur auf ihre mikrobio-logische Qualität möglich.

Im Jahr 2009 wurden nach Angaben des Deutschen Arzneiprüfungsinstitutes (DAPI) 16 Millionen Rezepturen von Deutschlands Apotheken für ihre Kunden hergestellt. Hauptsächlich erfolgten die Verordnungen durch Dermatologen, Allgemeinmediziner und Kinderärzte. Etwa ein Drittel entfielen auf allgemeine und ein Drittel auf spezielle Zubereitungen wie Zytostatika oder Ernährungslösungen. Individuell angefertigte Arzneimittel in verschiedenen Darreichungsformen sind unverzichtbar, um die therapeutische Lücke zu schließen, die entsteht, wenn keine Fertig­arzneimittel in geeigneter Dosierung oder mit den gewünschten Eigenschaften zur Verfügung stehen.

Gerade bei der Rezepturherstellung können die Apotheken ihre Fähigkeiten ein­drucksvoll demonstrieren und die fachliche Qualifikation und Sachkenntnis ihrer Mitarbeiter unterstreichen. Dies gelingt aber nur, wenn ein hoher und konstanter Qualitätsstandard gewährleistet ist. Entsprechend § 55 Abs. 8 des Arzneimittelgesetzes (AMG) dürfen »Arzneimittel (…) nur hergestellt und zur Abgabe an den Verbraucher im Geltungsbereich dieses Gesetzes in den Verkehr gebracht werden, wenn die in ihnen enthaltenen Stoffe und ihre Darreichungsformen den anerkannten pharmazeutischen Regeln entsprechen«.

 

Stellungnahme der BAK

 

Die Bundesapothekerkammer (BAK) empfiehlt jeder Apo­theke (neben geeigneten, regelmäßig durchzuführenden Maßnahmen zur internen Qualitätskontrolle) einmal jährlich an einem Ringversuch teilzunehmen und hat deshalb diese qualitäts­sichernde Maßnahme in die Leit­linien der Bundesapothekerkammer aufgenommen.

 

Mit dieser Vorgehensweise bekennt sich die BAK vorbehaltlos zum Prinzip der externen Qualitätssicherung, wofür sich die vom Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker durchgeführten Ringversuche in bester Weise anbieten.

 

Mit der Teilnahme an einem Ringversuch bekommen Apotheken die einzig­artige Gelegenheit, sich Klarheit über die Qualität ihrer Herstellungs­vorgänge und der selbst zubereiteten Produkte zu verschaffen, sowie kritische Abläufe in wichtigen Bereichen der Rezeptur­herstellung zu überprüfen. Mit diesen Erkenntnissen kann die Quali­tät von Rezepturarzneimitteln weiterentwickelt beziehungsweise auf dem erforderlichen Stand ge­hal­­­ten werden.

 

Daher wird den Apotheken die Anfertigung ihrer Rezepturen im Rahmen des üblichen Apothekenbetriebs empfohlen, wobei die Apotheke ein Herstellverfahren ihrer Wahl anwenden kann. Es bietet sich an, die Herstellung so durchzuführen, wie sie auch sonst in der Apotheke vorgenommen wird, um die Qualität des eigenen Herstellverfahrens zu überprüfen.

Termine: Ringversuche Rezeptur in der Apotheke 2011

1. Ringversuch 2011: Cremezubereitung mit Metronidazol
Prüfkriterien:
Gehalt
pH-Wert
Galenische Beschaffenheit
Kennzeichnung der Rezeptur
Optional: Mikrobiologische Qualität
Termine:
Anmeldeschluss
Prüfzeitraum
Herstellungstag (Mitteilung circa 14 Tage vor
Herstellung)
Ergebnismitteilung und Zertifikatsvergabe
(Gültigkeit 12 Monate)







bis spätestens 15. April 2011
1. Januar bis 31. Mai 2011
liegt innerhalb des Prüfzeitraums

bis spätestens 31. Mai 2011
2. Ringversuch 2011: Halbfeste Zubereitung mit Hydrocortisonacetat
Prüfkriterien:
Gehalt
Galenische Beschaffenheit
Kennzeichnung der Rezeptur
Termine:
Anmeldeschluss
Prüfzeitraum
Herstellungstag (Mitteilung circa 14 Tage vor
Herstellung)
Ergebnismitteilung und Zertifikatsvergabe
(Gültigkeit 12 Monate)





bis spätestens 15. Oktober 2011
1. Mai bis 30. November 2011
liegt innerhalb des Prüfzeitraums

bis spätestens 30. November 2011
3. Ringversuch 2011: Flüssige Zubereitung mit Estradiolbenzoat
Prüfkriterien:
Gehalt
Dichte
Kennzeichnung der Rezeptur
Termine:
Anmeldeschluss
Prüfzeitraum
Herstellungstag (Mitteilung circa 14 Tage vor
Herstellung)
Ergebnismitteilung und Zertifikatsvergabe
(Gültigkeit 12 Monate)





bis spätestens 15. November 2011
1.September bis 31. Dezember 2011
liegt innerhalb des Prüfzeitraums

bis spätestens 31. Dezember 2011

Anhand der vom ZL inhaltlich und mengenmäßig vorgegebenen Rezepturen werden je nach Zubereitung Qualitätskriterien, wie Identität und Gehalt, Wirkstoffverteilung, pH-Wert, Gleichförmigkeit der Masse, Konsistenz und galenische Beschaffenheit sowie die korrekte Kenn­zeichnung des Arzneimittels unter Berücksichtigung des verwendeten Primärpackmittels überprüft.

 

Für den Abschluss eines Ringversuches vergibt das ZL an jede Apotheke acht Fortbildungspunkte. Zusätzlich erhalten alle erfolgreich teilnehmenden Apotheken ein zwölf Monate lang gültiges Zertifikat für die jeweilige Rezeptur, welches als Nach­weis für die Qualität der Dienstleistung bei Kunden, Ärzten und Kostenträgern heran­gezogen werden kann.

Das ZL bietet bundesweit allen Apotheken die Möglichkeit, sich an den Ringversuchen, die dreimal im Jahr stattfinden, zu beteiligen. Die Ergebnisse werden streng vertraulich behandelt und nicht an Dritte – auch nicht an die Apothekerkammern – weitergegeben, sofern keine anderslautende Vereinbarung mit der Apotheke geschlossen wurde.

 

Auswahl der Rezepturen

 

2011 bietet das ZL in seinen Ringversuchen wieder drei unterschiedliche Rezepturen an. Die Auswahl der Rezepturen beruht vor allem auf dem Gesichtspunkt der Praxisrelevanz.

 

Als erste Rezeptur in 2011 ist die Herstellung einer Cremezubereitung mit Metronidazol vorgesehen. Dieser Wirkstoff wird aufgrund seiner antiinflamma­torischen Wirkung zur Lokalbehandlung der Rosacea eingesetzt. Er gehört damit zu den gebräuchlichen Arzneistoffen der Apothekenrezeptur.

 

Im 1. Ringversuch 2011 bietet sich interessierten Apotheken die Möglichkeit, die Cremezubereitung auch hinsichtlich ihrer mikrobiologischen Qualität überprüfen zu lassen. Diese Untersuchung kann auf Wunsch der Apotheke zusätzlich zur Prüfung der Standard-Prüfkriterien angemeldet werden.

 

Bei der zweiten Rezeptur handelt es sich wiederum um eine halbfeste Zubereitung, die Hydrocortisonacetat als Arzneistoff enthält. Dieses Corticoid ist bei Hautärzten sehr beliebt und daher in der Apothekenrezeptur weit verbreitet.

 

Die dritte Rezeptur ist eine flüssige Zubereitung mit dem Wirkstoff Estradiolbenzoat. Die Substanz wird häufig in Form alkoholischer Lösungen zur Förderung des Haarwachstums lokal auf der Kopfhaut appliziert.

 

Anmeldung

 

Die Anmeldung zur Teilnahme an einem Ringversuch erfolgt über die ZL-Homepage (www.zentrallabor.com). Bei einer Apotheke, die noch nicht an den Ringversuchen teilgenommen hat, vollzieht sich die Anmeldung in drei Schritten:

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Erstregistrierung der Apotheke

Einloggen der Apotheke mithilfe der persönlichen Zugangsdaten

Buchung des Ringversuches

 

Die Erstregistrierung beinhaltet die Erfassung der Apothekendaten sowie die Festlegung eines individuellen Zugangs-Passwortes. Nach Eingabe der Apothekendaten werden diese der Apotheke zur Prüfung auf Richtigkeit zusammen mit ihrer neuen Kundennummer angezeigt. Mit der Bestätigung der Daten übermittelt die Apotheke diese an das ZL. Daraufhin erhält sie eine E-Mail mit der Aufforderung, sich ein persönliches, sicheres Passwort nach bestimmten Vorgaben zu wählen. Erst mit dem Setzen dieses Passwortes wird der Zugang aktiviert und die Apotheke kann sich zur Buchung eines Ringversuches mit ihrer Kundennummer und dem Passwort einloggen. Jede Apotheke erhält bei Online-Anmeldung 5 Prozent Rabatt. Eine Anmeldung per Fax oder Post ist ebenfalls möglich. Das Anmeldeformular steht auf der ZL-Homepage zur Verfügung und ist auch im Serviceteil der Druckausgabe zu finden.

Ablauf der ZL-Rezeptur-Ringversuche

1. Ankündigung: Die Ankündigung erfolgt in der pharmazeutischen Fachpresse, auf der ZL-Homepage (www.zentrallabor.com) sowie im Rundschreiben der Apothekerkammern. Sie enthält die Angabe der Arzneiform, die Prüfkriterien sowie eine allgemeine Ablaufschilderung des Ringversuches inklusive Terminen und Teilnahmegebühren.

2. Anmeldung der Apotheken zum Ringversuch: Die Anmeldung der Apotheken zum Ringversuch erfolgt online über die Homepage des ZL. Alternativ kann das Anmeldeformular den Ankündigungen in der PZ und den Rundschreiben der Apothekerkammern beiliegend per Fax beziehungsweise Post übermittelt werden.

3. Herstellungsmitteilung: Die Herstellungsmitteilung wird rechtzeitig (circa 14 Tage) vor dem Herstellungstermin – dieser kann vor dem Anmeldeschluss für den Ringversuch liegen – an die teilnehmenden Apotheken versandt. Die Apotheke erhält darin genaue Informationen zur Rezeptur, den Prüfkriterien, dem Herstellungstag sowie zur Einsendung der Rezeptur ans ZL.

4. Herstellung in der Apotheke und Versand an das ZL: Die Apotheken fertigen die genannte Rezeptur am Herstellungstag unter Routinebedingungen an und senden sie umgehend an das ZL. Die Zubereitung sollte das ZL möglichst am darauffolgenden Tag erreichen.

5. Untersuchung und Auswertung: Die Untersuchung im ZL erfolgt hinsichtlich chemischer und physikalischer Prüfkriterien nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft und anerkannten pharmazeutischen Regeln.

6. Ergebnismitteilung: Maximal zwölf Wochen nach dem Herstellungstermin erhalten die Apotheken ihr Ergebnis in Form eines Ergebnisprotokolls. Dieses enthält übersichtlich gegenübergestellt die Prüfkriterien, die Anforderungen (Spezifikationen), das persönliche Ergebnis sowie weitergehende Empfehlungen. Erfolgreich teilnehmenden Apotheken wird ein Zertifikat ausgestellt. Ergänzend erhalten die Apotheken Erläuterungen zu den einzelnen Prüfkriterien sowie erste Tipps zur Herstellung und möglichen Fehlerquellen.

7. Fortbildungspunkte: Der »ZL-Ringversuch zur Qualitätssicherung von in der Apotheke hergestellten Rezepturen« ist von der Bundesapothekerkammer als Fortbildungsveranstaltung für Apotheker/PTA unter der Veranstaltungsnummer BAK 2010/247 akkreditiert und mit 8 Punkten pro Team (Kategorie 1b: Pharmazeutische Qualitätszirkel) bewertet. Die Punkte werden für das freiwillige Fortbildungszertifikat anerkannt. Soweit eine Apothekerkammer nicht anderweitige Regelungen vorsieht, sind erst bei Beantragung des freiwilligen Fortbildungszertifikates eine Kopie des der Ergebnismitteilung beiliegenden Punkteformblattes sowie der Teilnahmebescheinigung bei der zuständigen Apothekerkammer einzureichen.

Abonnement

 

Um nach Ablauf der Gültigkeit eines Zertifikats ein Anschlusszertifikat zu erhalten, müssen die Apotheken auf eine rechtzeitige Anmeldung für den gleichen Teilnahmezeitraum im Folgejahr achten. Zur Vereinfachung dieses Vorgangs besteht daher die Möglichkeit, sich als Abonnent registrieren zu lassen und somit bis auf Weiteres regelmäßig am Ringversuch teilzunehmen. Das Abonnement ist nur für den Ringversuch gültig, für den es abge­schlossen wurde.

 

Möchte also eine Apotheke gemäß der Empfehlung der Bundesapothekerkammer jedes Jahr einmal am Ringversuch zur Qualitätssicherung von Rezepturen teilnehmen, so kann sie sich beispielsweise für den 1. Ringversuch eines Jahres als Abonnent registrieren lassen. Sie erhält dann automatisch jedes Jahr zwischen Januar und April eine Mitteilung mit der Zusammensetzung der Rezeptur und dem Herstellungstermin. Ist eine Apotheke an einer mehrmaligen Teilnahme pro Jahr interessiert, so kann sie sich für jeden weiteren gewünschten Ringversuch als Abonnent registrieren lassen. Die Teilnahme im Rahmen eines Abonne­ments ist mit einem Rabatt von 5 Prozent verbunden.

 

Alle Abonnenten erhalten zum Jahresanfang ein Informationsblatt mit einer Auflistung der Ringversuche, für die sie im darauffolgenden Jahr registriert sind und in dem die Rezepturen des nächsten Jahres kurz vorgestellt werden. Anhand dieser Liste können dem ZL Änderungswünsche schriftlich bis zum Anmelde­schluss des jeweiligen Ringversuches bekannt gegeben werden. Apotheken, die keine Änderungen vornehmen möchten, brauchen dem ZL keine Mitteilung zukommen zu lassen. Teilnehmer, die online ein Abonnement abschließen, erhalten 5 Prozent Rabatt.

 

Die Kündigung einer Teilnahme oder eines Abonnements muss dem ZL schriftlich bis zum Anmeldeschluss des jeweiligen Ringversuches mitgeteilt werden. Liegt das Kündigungsschreiben dem ZL erst nach Überschreitung der Anmeldefrist für den betreffenden Ringversuch vor, wird die Kündigung erst zum nächstmöglichen Termin wirksam. / 

Kontakt

 

Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker

Carl-Mannich-Straße 20

65760 Eschborn

Infoline Ringversuche: 06196 937-850 oder -853

Fax: 06196 937-810

ringversuche(at)zentrallabor.com

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