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Ebola-Kampf

Apotheker waren große Hilfe

21.07.2016  13:25 Uhr

Apotheker in Westafrika waren stark in den Kampf gegen Ebola involviert. Das machte Wiltshire Johnson am Beispiel seines Heimatlandes Sierra Leone deutlich. Der Pharmazeut informierte, dass knapp 4000 Menschen in dem westafrikanischen Land an Ebola starben. Ohne das große Engagement des Apothekenpersonals wären es vermutlich noch viel mehr Todesfälle gewesen.

»Die Apotheker gehörten zu den ersten Berufsgruppen des Landes, die auf Ebola reagiert haben«, sagte Johnson. Beispielsweise kümmerten sie sich darum, dass Desinfektionsmittel richtig eingesetzt wurden. So konnte verhindert werden, dass die Bevölkerung die chlorhaltigen Mittel falsch – entweder zu konzentriert oder zu stark verdünnt – anwendet.

Johnson kritisierte, dass sich viele Ärzte des Landes während der Epidemie rar gemacht haben und teilweise nicht einmal telefonisch erreichbar waren. Auch das dürfte zum Ansturm auf die Apotheken beigetragen haben. Hier galt es auch, von sinnlosen Behandlungsmethoden abzuraten, so Johnson. Als Beispiel führte er den propagierten Einsatz von Statinen, Selen oder einer Ozon-Therapie gegen Ebola an.

 

Johnson informierte, dass die Apotheker auch beim Aufbau von Behandlungszentren beteiligt waren und dass sie eine wichtige Rolle in Aufklärungskampagnen spielten. Beispielsweise verteilten Apotheker Flyer an die Bevölkerung, und von Pharmazeuten entworfene Poster wurden öffentlich aufgehängt, zum Beispiel in Banken, Geschäften und Polizeistationen. Einige Apothekeninhaber haben ihr Auto zum Lautsprecherwagen umfunktioniert, so Johnson. Auch informierten die Apotheker in Radio- und Fernsehshows über Ebola. Einige schrieben dem Referenten zufolge sogar Lieder, um die Bevölkerung damit über die Krankheit und Präventionsmaßnahmen aufzuklären.

 

Insgesamt sind Johnson zufolge in Sierra Leone etwa 350 Gesundheitshelfer an Ebola gestorben. Obwohl das Apothekenpersonal bei den Hilfsmaßnahmen so stark involviert war, waren in dieser Berufsgruppe glücklicherweise nur fünf Ebola-Todesfälle zu beklagen. Johnson führt das unter anderem darauf zurück, dass die Apotheker die Präventionsmaßnahmen sehr ernst genommen und ihr Personal gut geschult haben. /

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