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Hoher Beratungsbedarf bei Omeprazol

06.10.2009
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Hoher Beratungsbedarf bei Omeprazol

Von Bettina Sauer, Düsseldorf

 

Seit Anfang August ist Omeprazol ohne Rezept erhältlich, allerdings nur bei einem eingeschränkten Indikationsspektrum, nämlich dauerhaftem Sodbrennen und saurem Aufstoßen.

 

Die Packungen dürfen höchstens 14 Kapseln oder Tabletten der Stärke 20 mg enthalten. Das entspricht einer Therapie, die einmal täglich stattfindet und zwei Wochen dauert. Was hier bei der Selbstmedikation zu beachten ist, war Thema eines Pressegespräches der Whintrop Arzneimittel GmbH im Rahmen der Expopharm. Im September brachte das Unternehmen das Omeprazol-haltige Präparat Omeloxan® auf den Markt.

 

Die Entlassung aus der Rezeptpflicht gebe den Apothekern eine große Verantwortung, sagte Anne Vicktor, Apothekerin aus Bielefeld, bei der Veranstaltung: »Sie müssen durch gezieltes Nachfragen die Symptome des Patienten überprüfen«. Denn mehrere Alarmsignale deuteten auf das Vorliegen schwerer Erkrankungen hin und sprächen damit ganz und gar nicht für eine Selbstmedikation, sondern für einen möglichst schnellen Arztbesuch. Zu diesen Warnzeichen zählten blutiges oder unerklärliches Erbrechen, Blut im Stuhl, Gewichtsverlust, Schwellungen im Bauchraum, Schluckbeschwerden, plötzliche stechende Schmerzen in der Brust, Husten und Luftnot. »Zudem sollten Schwangere Omeprazol nicht ohne ärztliche Verordnung einsetzen.« Das gelte auch für Patienten, die Clopidogrel oder Johanniskrautpräparate einnähmen. Denn zwischen diesen Medikamenten träten häufig Wechselwirkungen auf.

 

Erst nach Ausschluss all dieser Einschränkungen dürfe der Apotheker Omeprazol abgeben – allerdings begleitet von den Einnahmehinweisen und weiteren Informationen. »Um die Therapietreue zu fördern und eine zu häufige Einnahme zu verhindern, müssen Patienten wissen, dass das Mittel erst nach ein bis zwei Tagen seine volle Wirksamkeit entfaltet«, sagte Dr. Johannes Hankowitz vom Institut für Pharmakologie und präventive Medizin in München bei dem Pressegespräch. Zudem bräuchten sie Hinweise, um ihren Beschwerden durch Lebensstiländerungen entgegenzuwirken. Dazu zähle der Verzicht auf besonders fette, süße oder scharfe Speisen, insbesondere schwere Mahlzeiten am Abend, sowie auf Rauchen, übermäßig viel Kaffee, schwarzen Tee oder Alkohol, idealerweise auch eine Gewichtsabnahme und ein Plus an körperlicher Bewegung. Vor allem aber müsse der Apotheker darauf hinweisen, dass die Behandlung nicht länger als zwei Wochen dauern darf, betonten die Referenten übereinstimmend. Entweder seien die Symptome dann verschwunden, oder der Patient müsse sich ärztlich untersuchen lassen. Letzteres gelte auch, wenn das Sodbrennen oder saure Aufstoßen in den Wochen und Monaten nach dem Absetzen des Medikaments wieder aufträten.

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