Pharmazeutische Zeitung online
56. IPSF-Kongress

Slowenien empfängt Pharmazie­studierende aus der ganzen Welt

04.10.2010  14:12 Uhr

Von Angelina Blumenthal / Im August trafen sich mehr als 350 Studenten aus 45 Ländern in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana um am 56.  Kongress der International Pharmaceutical Students‘ Federation (IPSF) teilzunehmen. Auch aus Deutschland reisten sieben Teilnehmer an, darunter drei Delegierte des Bundesverbandes der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD).

Gerade erst angekommen, bot der erste Tag schon ein Highlight: die feierliche Eröffnung des Kongresses in der Burg von Ljubljana, die sich auf einem Hügel über der Stadt erhebt und eine wunderbare Aussicht bietet. Nachdem sowohl der Präsident Sloweniens als auch der IPSF-Präsident alle Teilnehmer in einer Rede begrüßt hatten und traditionell den Delegationen ihre Landesfahne überreicht wurde, konnte man das internationale Flair genießen und die anderen Teilnehmer kennenlernen. Einige waren schon ein paar Tage eher angereist, um das »Leaders in Training«-Programm zu absolvieren. Das Programm soll Pharmaziestudierende fördern, die Führungspositionen auf lokaler, nationaler oder IPSF-Ebene übernehmen, indem dafür nötige Soft Skills trainiert werden.

In den nächsten Tagen standen Generalversamm­lungen und Workshops auf dem Programm. Wäh­rend bei der Generalversammlung über Strukturen und Verbesserungen für die Arbeit des Verban­des abgestimmt wurde, konnte man bei den Workshops eigenen Interessen nachgehen.

 

Soft Skills und Clinical Skills

 

So gab es Workshops zu den Gesundheitskam­pagnen von IPSF (unter anderem gegen Aids, Rauchen und Diabetes), für Soft Skills wie Zeitmanagement und auch für das »Patient Counselling Event« (PCE). Hierbei handelt es sich um ein Training beziehungsweise einen Wettbewerb, um Pharmaziestudierende auf das Beratungsgespräch in der Apotheke vorzuberei­ten. Im Workshop wurde der Ablauf der Simula­tion durchgesprochen und Kommunikationsfähig­keiten vermittelt, die dann im Wettbewerb in einer gespielten Situation vom Studierenden angewandt und von einer Jury aus erfahrenen Apothekern bewertet wurden. Das Event ist seit Jahren Bestandteil des Kongresses und wird in diesem Jahr auf der Bundesverbandstagung (BVT) des BPhD in Freiburg zum dritten Mal durchgeführt. Neu war allerdings das »Clinical Skill Event« (CSE). Erstmals konnten die Studenten hier ihr Wissen über klinische Pharmazie unter Beweis stellen. In sieben Stationen mit unterschiedlichen Fällen galt es, Wechselwirkungen und andere medikamentenbezogene Probleme herauszufinden.

 

Studierende informieren über HPV

 

Ebenfalls zum ersten Mal fand während des Kongresses eine öffentliche Gesundheitskampagne statt, bei der Studierende Passanten über das humane Papillomavirus informierten. Diese fand sowohl in den Straßen Ljubljanas statt als auch in einigen Städten an der Küste, womit sich die Gelegenheit bot, noch andere Ecken Sloweniens zu erkunden. Die Küste liegt nur eine Stunde entfernt westlich von Ljubljana, das übrigens die einzige Stadt in Slowenien ist, in der Pharmazie studiert werden kann.

 

»Slowenien ist nicht klein, sondern sehr klein«, scherzte ein Einwohner während des Rahmenprogramms auf der Burg von Bled, welche ebenfalls nur eine Stunde in nördlicher Richtung von der Hauptstadt entfernt liegt und Ausflugsziel am dritten Tag war. Neben der Burg ging es per Gondel auch in die Marienkirche mit ihrer berühmten Wunschglocke, die auf der einzigen Insel Sloweniens liegt. Zudem durfte eine Spezialität Sloweniens probiert werden: die Cremeschnitte, ein Dessertkuchen mit Vanille- und Sahnecreme. Der Tag endete bei einem Essen in einem direkt am See Bled gelegenen Restaurant, bei dem traditionelle Tänze und Musik geboten wurden.

 

Wie jedes Jahr gab es auch wieder ein Symposiums-Wochenende. Ein Tag stand unter dem Thema »Gentherapie – Gebrauch oder Missbrauch?«, bei dem neben Vorträgen über Biosimilars, Vektoren und Micro-RNA auch über die ethischen Probleme diskutiert wurde. Das Thema wurde auch beim Poster-Wettbewerb aufgegriffen, bei dem ein wissenschaftliches Poster im Vorfeld des Kongresses ausgearbeitet und während des Symposiums vorgestellt werden sollte. Der zweite Tag des Wochenendes hatte das Motto »Leadership in Training«.

Auszeichnung für Deutschland

 

Ganz zum Schluss wurde es noch spannend für die deutsche Delegation. Am letzten Abend während der Gala Night wurde neben den Siegern des PCE, CSE und des Poster-Wettbewerbes auch der Gewinner des Annual Awards bekannt gegeben. Der seit vergangenem Jahr vergebene Preis prämiert das »Mitglied des Jahres«, welches am aktivsten die IPSF-Ideen umgesetzt hat. Das umfasst die Gesundheitskampagnen, das Bemühen um das Student Exchange Programm (SEP), die Aktivität der deutschen IPSF-Beauftragten innerhalb des Verbandes und auch andere Veranstaltungen wie das Pharmaweekend. Neben Deutschland war Ägypten für den Preis nominiert. Am Ende hieß es dann »The Annual Award goes to BPhD Germany!«. Aufgeregt nahm Johanna Walz, die seit zwei Jahren das Amt der IPSF-Beauftragten im BPhD innehat und wesentlich zum Gewinn beitrug, den Preis entgegen. Sie wurde während des Kongresses zur Koordinatorin für die Aids/HIV-Kampagne gewählt und wird unter anderem deshalb ihr Amt als IPSF-Beauftragte zur nächsten BVT in Freiburg abgeben.

 

Während des Kongresses gab es auch schon Einblicke in die Organisation des nächsten IPSF-Kongresses, der vom 3. bis 13. August in Hat Yai, im Süden Thailands, stattfindet. Im Jahr 2012 wird dann Ägypten den 58. IPSF-Kongress ausrichten. Mehr Informationen zum IPSF und dem nächsten IPSF-Kongress gibt es unter www.ipsf.org, www.ipsf2011.org oder auf der Homepage des BPhD unter www.bphd.de/ 

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