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Beratungsbedarf wegen Arzneiform

05.10.2010
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ABDA / Jedes dritte vom Arzt verschriebene Arzneimittel, Hilfsmittel oder Medizinprodukt (32 Prozent) ist, unabhängig vom Wirkstoff, allein wegen seiner Darreichungsform besonders beratungsbedürftig. Dies hat das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut (DAPI) mit Rezeptdaten von Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für das Jahr 2009 ermittelt.

Die Apotheken gaben im Jahr 2009 insgesamt rund 212 Millionen Packungen besonders beratungsbedürftiger Darreichungsformen an mehr als 33 Millionen GKV-Versicherte ab. Mehr als jeder zweite GKV-Patient, der mit Arzneimitteln versorgt wurde, brauchte mindestens ein entsprechendes Präparat.

»Arzneimittel werden oft unterschätzt. Eine Kopfschmerz­tablette zu schlucken ist einfach. Schwieriger ist es, sich selbst Insulin zu spritzen oder mit einem Pulverinhalator richtig zu inhalieren«, so Dr. Andreas Kiefer, stellvertreten­der Vorsitzender des DAPI und Mitglied des Vorstands der Bundesapothekerkammer. Werden Arzneimittel falsch angewendet oder falsch gelagert, bemerken Patienten dies selbst meist nicht. Fehlanwendungen können die Wirkung eines Präparats verändern oder zu Nebenwirkun­gen führen. Kiefer: »Damit Medikamente richtig wirken und gut verträglich sind, sollte sich jeder Patient vom Apotheker die richtige Anwendung zeigen oder erklären lassen.«

 

Der größte Anteil der beratungsintensiven Darreichungs­formen entfiel auf Tabletten, die grundsätzlich nicht geteilt werden dürfen: 18 Millionen GKV-Versicherte erhielten magensaftresistent überzogene oder retardierte Tabletten. Auf Platz zwei folgten Medikamente, die, wie Insulin, gespritzt werden müssen (8 Millionen Patienten). Apotheker informierten über die richtige Anwendung weitere 7  Millionen Patienten, die Augenarzneimittel brauchten, und 6 Millionen Patienten, die ein Medikament inhalierten. /  

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