Pharmazeutische Zeitung online
Phytotherapie

Nützlich und wissenschaftsbasiert

20.09.2017  10:26 Uhr

Schon immer haben Menschen ihre Beschwerden mit dem behandelt, was sie in der Natur gefunden haben. »Pflanzliche Arzneimittel sind untrennbar mit unserer Geschichte verbunden«, sagte Pro­fessor Dr. Schubert-Zsilavecz von der Goethe-Universität Frankfurt bei einem Vortrag in der Pharma-World.

 

Die rationale Phytotherapie müsse aber denselben Ansprüchen genügen wie chemische Arzneistoffe: Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und pharmazeutische Qualität müssen nachgewiesen sein.

 

Ob bei Erkältungen oder Magen-Darm-Beschwerden: Pflanzliche Arzneimittel spielen in der Selbstmedikation eine entscheidende Rolle. Patienten greifen laut Schubert-Zsilavecz gerne zu Phytopharmaka. Sie wünschen sich gut verträgliche Arzneimittel, sei es aufgrund guter eigener Erfahrung oder durch die Empfehlung in der Apotheke.

 

Pflanzliche Arzneimittel sind aber nicht nur für den Einzelnen von Nutzen, sondern auch für die Gesellschaft, wie Schubert-Zsilavecz anhand einer Studie verdeutlichte. Die Einnahme von Phytopharmaka könne die Arbeitsunfähigkeit signifikant verkürzen. Auch seien sie oft günstiger als neue synthetische Arzneimittel.

 

Die Evidenz der pflanzlichen Arzneimittel sei ein zentrales Thema und werde auch von Verbraucherschutz­magazinen aufgegriffen. Wenn die Evidenz nicht gegeben sei, würden diese von Produkten abraten. Deshalb müsse auch in der Apotheke klar zwischen Produkten mit unterschiedlicher Evidenzlage unterschieden werden, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Dies sei inzwischen durch präklinische Charakterisierungen oder durch klinische Studien möglich. Aufgrund der guten Studienlage würden Experten, Leit­linien, Behörden und Kostenträger die Vorteile pflanzlicher Arzneimittel zunehmend auch anerkennen, fasste Schubert-Zsilavecz zusammen. Bei Reizdarmsyndrom, Demenz, Colitis ­ulcerosa und Depressionen sind Phytopharmaka demnach bereits Bestandteil von S3-Leitlinien. /

Mehr von Avoxa