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Neuer Jahresbericht liegt vor

21.09.2010  18:10 Uhr

Von Christian Splett / Vor Beginn des Deutschen Apothekertages liegt der ABDA-Jahresbericht 2009/2010 druckfrisch vor. Anhand dreier Auszüge aus Recht, Pharmazie und Wirtschaft lässt sich die Themenvielfalt der vergangenen zwölf Monate rekapitulieren. Der Blick in den Jahresbericht trägt nicht zuletzt dazu bei, die gesundheitspolitischen und wissenschaftlichen Herausforderungen in einen Gesamtkontext einzuordnen und Lösungen daraus zu entwickeln.

Recht

 

Höchstrichterlich geklärt wurde die Frage der Zulässigkeit der automatisierten Abgabe von Arzneimitteln durch sogenannte Arzneimittelterminals. Im Berichtszeitraum waren weitere oberverwaltungsgerichtliche Entscheidungen mit zum Teil unterschiedlichen Ergebnissen ergangen. Eine höchstrichterliche Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts erfolgte am 24. Juni 2010 (3 C 30.09 und 3 C 31.09). Das Gericht urteilte, dass die Terminals im Wesentlichen nicht in Einklang mit geltendem Recht stünden. So könnten die Dokumentations- und Prüfpflichten bei Rezepten nicht ordnungsgemäß wahrgenommen werden. Ferner äußerte das Gericht Zweifel, ob über die eingebaute Kommunikationseinrichtung eine ausreichende Beratung erfolgen könne.

Pharmazie

 

Die aktualisierte Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) Asthma ist im Dezember 2009 veröffentlicht worden. Die NVL gelten als der »Goldstandard« unter den Leitlinien. Bei der Überarbeitung der NVL Asthma waren erstmals Vertreter der Apothekerschaft eingebunden. Die Mitarbeit beruhte auf dem Nutzen, den die Apotheker bei der Versorgung von Asthmapa­tienten mit den Studien zur Pharmazeutischen Betreuung in Hamburg und Trier sowie der VITA-Studie (Verbesserung der Inhalationstechnik von Men­schen mit Asthma und COPD in Apotheken – VITA) haben zeigen können. In der aktualisierten Leitlinie ist erstmals gefordert, dass der Apotheker in Kooperation mit dem Arzt die korrekte Anwendung von Inhalationssystemen sicherstellen soll.

Wirtschaft

 

Bereits im September 2008 wurden Verhandlungen zum Rahmenvertrag aufgenommen, da die Vertragspartner des Rahmenvertrages über die Anpassung des Apothekenabschlages nach § 130 Absatz 1 SGB V zu entscheiden haben. In den Verhandlungen wurde keine abschließende Einigung erzielt. Nach mehreren Verhandlungsterminen hat die Schiedsstelle entschieden, den Apothekenabschlag für das Jahr 2009 auf 1,75 Euro festzulegen.

 

Der GKV-Spitzenverband hat Klage gegen die Entscheidung der Schiedsstelle eingereicht. Die hierdurch eingetretene aufschiebende Wirkung der Klage wurde durch Beschluss des Landessozialgerichts auf Antrag des Deutschen Apothekerverbandes beseitigt. Die Entscheidung der Schiedsstelle kann deshalb umgesetzt werden. / 

Der ABDA-Jahresbericht 2009/2010 fasst die Aktivitäten der Spitzenorganisationen der Apotheker vom 1. Juli 2009 bis 30. Juni 2010 zusammen. Auf 96 Seiten wird Erreichtes dokumentiert und Geplantes präsentiert. Der neue Jahresbericht ist im Internet unter www.abda.de/jahresbericht.html abrufbar. Gedruckte Einzelexemplare lassen sich bei Bedarf in der ABDA-Pressestelle unter pressestelle(at)abda.aponet.de anfordern.

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