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Betamethason-17-valerat

ZL-Untersuchung zur Stabilität

20.08.2013  14:48 Uhr

ZL / Das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker (ZL) prüfte im Rahmen des 1. Rezepturringversuchs 2013 die Zubereitung Betamethason-17-valerat 0,1 % in Kühlsalbe DAB hinsichtlich ihres Wirkstoffgehalts über einen Zeitraum von vier Wochen. Ein Überblick.

Um eine sichere Therapie zu gewährleisten, sind Kenntnisse zur Stabilität von Rezepturen notwendig, damit eine sinnvolle Haltbarkeit festgelegt werden kann. Standardisierte Rezepturen bieten eine größere Sicherheit, da hierfür Daten aus verschiedensten Untersuchungen erhoben wurden, die in die Festlegung der Haltbarkeit zum Beispiel der NRF-Monographien einfließen. Die Stabilität frei rezeptierter, nicht standardisierter Zubereitungen müssen hingegen anhand vergleichbarer Rezepturen abgeschätzt werden. Hierfür können ebenfalls die NRF-Monographien oder Informationen aus entsprechender Fachliteratur herangezogen werden. Eine zweite aufwendigere, aber sicherere Methode sind eigene analytische Untersuchungen, um die Stabilität zu belegen.

Tabelle 1: pH-Zusätze

Zusatz resultierender pH-Wert
ohne pH-Korrektur pH 5,2
5 %ige Citronensäurelösung pH 2,0
Citratpuffer pH 4,2
Trometamol pH 8,8

Zur Prüfung des Wirkstoffgehalts von Betamethason-17-valerat 0,1 % in Kühlsalbe DAB wurden Rezepturen mit verschieden eingestellten pH-Werten verwendet (siehe Tabelle 1). Alle in Tabelle 1 zubereiteten Salbenvarianten wurden sowohl im Klimaschrank unter Stressbedingungen bei 40 °C und 75 Prozent relative Feuchte (rF) sowie im Kühlschrank bei circa 2 bis 8 °C gelagert. Es wurde für diese Proben eine In-Use-Anwendung simuliert, das heißt, täglich circa 0,5 g Salbe entnommen und an den Probenahmetagen 7, 14, 21 und 28 eine zusätzliche Menge zur Gehaltsbestimmung. Des Weiteren wurden jeweils Proben ohne pH-Korrigens zum einen im Klimaschrank bei 25 °C und 60 % rF sowie im Kühlschrank bei circa 2 bis 8 °C gelagert. Deren Gehalt wurde zum Zeitpunkt 0 und ohne vorherige Öffnung nach 28 Tagen erneut bestimmt. Eine Übersicht über die Lagerungsbedingungen zeigt Tabelle 2.

Tabelle 2: Lagerungsbedingungen und Probenahme

Lagerungsbedingungen Probenahme
Kühlschrank
(2 bis 8 °C)
in use über 4 Wochen (tägl. Entnahme von circa 0,5 g) t = O d, t = 7 d, t = 14 d t = 21 d und t = 28 d
Klimaschrank
(40 °C; 75 % rF)
Kühlschrank
(2 bis 8 °C)
ungeöffnet über 4 Wochen t = O d und t = 28 d
Klimaschrank
(25 °C; 60 % rF)

Ergebnisse

 

Während des Lagerungszeitraums von 28 Tagen verringerte sich der Gehalt an Betamethason-17-valerat in Kühlsalbe DAB bei allen Rezepturen unabhängig davon, ob eine pH-Einstellung erfolgte oder nicht. Jedoch war das Ausmaß unterschiedlich.

 

Zubereitungen ohne pH-Korrektur enthielten, unabhängig von der Art der Lagerung, nach 28 Tagen, einen Gehalt von durchschnittlich 95 Prozent. Zudem zeigten die Rezepturen, die bei 25 °C gelagert worden waren, eine ähnliche Konsistenz wie die unverarbeitete Kühlsalbe DAB. Der Gehalt an Betamethason-17-valerat in den Proben, die einen pH-Wert von 2,0 oder 4,2 zeigten, lag durchschnittlich bei 93 Prozent, also in einem vergleichbaren Bereich wie die Zubereitungen ohne pH-Korrektur. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass eine pH-Einstellung im sauren pH-Wertbereich keine Vorteile bezüglich des Wirkstoffgehalts gegenüber einer Zubereitung ohne pH-Korrektur besitzt.

 

Die stärkste Konzen­trationsverringerung war erwartungsgemäß in der Zubereitung mit Trometamol (pH 8,8), die bei 40 °C und 75 % rF gelagert wurde, zu verzeichnen. Der Gehalt an Betamethason-17-valerat verringerte sich hier um mehr als 80 Prozent. Weniger stark ausgeprägt war dieser Effekt bei Lagerung im Kühlschrank, da hier nach vier Wochen noch ein Gehalt von knapp 91 Prozent nachweisbar war.

 

Fazit: Für Betamethason-17-valerat 0,1 % in Kühlsalbe DAB ist eine Herstellung der Rezeptur ohne pH-Wert-Einstellung möglich. Die Lagerung bei Raumtemperatur bei einer Haltbarkeitsfrist von vier Wochen kann empfohlen werden, was für Tuben, Spenderdosen und Kruken gleichermaßen gilt. Die Empfehlung von vier Wochen liegt darin begründet, dass nur für diesen Zeitraum Untersuchungsergebnisse vorliegen, die die Wirkstoffstabilität in Kühlsalbe DAB belegen. Für Kühlsalbe nach DAB ist die Einarbeitung von Antioxidanzien vorgesehen, nicht jedoch von Konservierungsmitteln, weshalb entsprechend des Rezepturhinweises »lipophile Cremes« des NRF die Aufbrauchfrist beim Patienten aus mikrobiologischer Sicht auf vier Wochen begrenzt bleiben sollte. Längere Haltbarkeitsfristen wären in entsprechenden Stabilitätsuntersuchungen zu überprüfen. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass Betamethason-17-valerat als sehr stark wirksames Externglucocorticoid auch aus therapeutischer Sicht üblicherweise nicht länger als vier Wochen angewendet werden sollte. /

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