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ZL-Stabilitätsstudie

Mometasonfuroat in hydrophiler Creme

Das ZL hat in einer sechsmonatigen Studie die Auswirkungen unterschiedlicher pH-Werte, Packmittel und Lagerungsbedingungen auf die Stabilität des Glucocorticoids in einer hydrophilen Creme untersucht.
Mona Abdel-Tawab
Holger Latsch
Lisa Schlegel
Katharina Schüßler
Iska Wagner
25.09.2019
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Mometasonfuroat zählt zu den mittelstark bis stark wirksamen Glucocorticoiden und wird auf der Haut bei entzündlichen Erkrankungen und atopischer Dermatitis angewendet. Außerdem wird es zur Therapie einer Phimose (Vorhautverengung) eingesetzt.

Das DAC/NRF enthält keine standardisierte Rezepturvorschrift mit Mometasonfuroat. In der Praxis kommt der Wirkstoff jedoch häufig in individuell komponierten Rezepturen zum Einsatz, vor allem in hydrophilen Cremes, häufig in Kombination mit anderen Wirkstoffen, beispielsweise mit Antiseptika, Keratolytika oder Antimykotika. Mometasonfuroat ist schlecht wasserlöslich und liegt daher in der Regel suspendiert vor. Der übliche therapeutische Konzentrationsbereich liegt bei 0,1 Prozent. Da Mometasonfuroat vor allem in wässrigen Lösungen und bei extremen pH-Werten hydrolyseempfindlich ist, wurde der rezeptierbare pH-Bereich auf 1,5 bis 8 festgelegt. Das DAC/NRF empfiehlt für potenziell problematische Rezepturen eine Stabilisierung durch pH-Regulation mittels Citratpuffer-Zusatz (Citronensäure 0,5 Prozent/Natriumcitrat 0,5 Prozent-Lösung) sowie eine Aufbewahrung im Kühlschrank.

Das ZL hat die Stabilität des Wirkstoffes beispielhaft an der Zubereitung Mometasonfuroat 0,1 Prozent in Basiscreme DAC untersucht. Dabei wurden sowohl gepufferte und nicht gepufferte, als auch verschiedene saure und alkalische Varianten der Creme berücksichtigt (Tabelle). Die Stabilität von Mometasonfuroat bei Kombination mit Zinkoxid ist seitens des ZL bereits in einer früheren Untersuchung gezeigt worden. Neben der Auswirkung unterschiedlicher pH-Werte, wurde in dieser Studie auch die Stabilität bei unterschiedlichen Lagerungsbedingungen und in verschiedenen Packmitteln geprüft.

Zubereitung pH-Wert
1 Mometasonfuroat 0,1 Prozent in Basiscreme DAC mit Citratpuffer 4,6
2 Mometasonfuroat 0,1 Prozent in Basiscreme DAC ohne Citratpuffer 5,4
3 Mometasonfuroat 0,1 Prozent in Basiscreme DAC, angesäuert 2,6
4 Mometasonfuroat 0,1 Prozent in Basiscreme DAC mit 5 Prozent Salicylsäure 2,4
5 Mometasonfuroat 0,1 Prozent in Basiscreme DAC, alkalisiert 9,6
Tabelle: Übersicht über die untersuchten Zubereitungen und die ermittelten pH-Werte

Herstellung

Die Herstellung erfolgte mittels Fantaschale und Pistill. Das Corticoid wurde gemäß DAC/NRF Emp-fehlung mit mittelkettigen Triglyceriden angerieben. Die Ansäuerung von Zubereitung 3 erfolgte mittels 10-prozentiger Citronensäure und die Alkalisierung der Zubereitung 5 durch die Zugabe von 20-prozentiger Trometamol-Lösung. Unmittelbar nach der Herstellung wurden die pH-Werte potentiometrisch bestimmt.

Lagerungs- und Prüfbedingungen

Die Prüfmuster der Zubereitung 1 wurden in Aluminiumtuben und Spenderdosen abgefüllt, die Prüfmuster der Zubereitungen 2 bis 5 ausschließlich in Aluminiumtuben. Die Bestimmung des Wirkstoffgehaltes erfolgte mittels ZL-validierter HPLC-UV-Analytik. Der Untersuchungszeitraum betrug sechs Monate.

Folgende Lagerungsbedingungen wurden in die Studie eingeschlossen:

  • Kühlschrank: 2 - 8 °C
  • Klimaschrank: 25 °C; 60 Prozent relative Feuchte (r. F.)

Ergebnisse

Die Studienergebnisse zeigen für die Aufbewahrung der getesteten Zubereitungen bei Raumtemperatur, dass sowohl die Mometasonfuroat-Creme mit Citratpuffer, als auch die angesäuerte Variante mit Citronensäure und die Creme mit 5 Prozent Salicylsäure über den Zeitraum von sechs Monaten stabile Wirkstoffgehalte aufwiesen. Für die Zubereitung ohne Puffer und andere saure Bestandteile ist ein Trend zu einem geringen Wirkstoffverlust zu beobachten und für die alkalische Creme ein ausgeprägter Wirkstoffabbau, der bereits nach drei Monaten zu einem Gehaltswert an der Untergrenze des zulässigen Bereiches von 90,0 bis 110,0 Prozent führt. Im Vergleich dazu war für die im Kühlschrank gelagerten Zubereitungen für alle Varianten, selbst für die stark alkalische Creme, nach sechs Monaten noch ein Mometasonfuroat-Gehalt innerhalb der zulässigen Grenzen nachweisbar. Dennoch sollte ein pH-Wert größer 8 vermieden werden, da in der Praxis eine konstante Kühllagerung meist nicht gewährleistet werden kann. Alle Ergebnisse waren unabhängig von der Art des Packmittels.

Fazit

Die ZL-Untersuchung belegt die Stabilität von Mometasonfuroat in einer hydrophilen Creme bei Zugabe von Citratpuffer beziehungsweise unter Anwesenheit saurer Agenzien. In dieser Untersuchung zeigte auch die ungepufferte Variante eine ausreichende Stabilität. Der Vorteil einer Lagerung im Kühlschrank wurde bestätigt.

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