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Chikungunya-Virus

Erstmals Infektion in Spanien

12.08.2015
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Von Cornelia Mönster / Zum ersten Mal hat sich in Valencia ein Spanier im eigenen Land mit dem Chikungunya-Virus infiziert. Das haben die Gesundheitsbehörden der spanischen Stadt bestätigt. Experten fürchten nun, dass das Virus nach seiner raschen Ausbreitung in Mittel- und Südamerika auch in Europa auftritt.

 

Darauf weist das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf in einer Pressemitteilung hin. Nach Ansicht der Ärzte hat sich der Patient im Land angesteckt. Damit gilt er als erster spanischer Patient, der sich lokal mit dem Virus infiziert hat. Bisher sind in Spanien 86 Chikungunya-Patienten bekannt, die nach einer Afrika- oder Südamerikareise erkrankten. »Dieser Fall zeigt erneut, dass eine Übertragung von Chikungunya-Fieber auch in Europa möglich ist«, betont Professor Dr. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM.

Die Asiatische Tigermücke, die das Virus überträgt, ist auch in beliebten europäischen Urlaubszielen verbreitet. Dazu gehören neben Spanien auch Kroatien, Frankreich, Griechen­land, Italien, Malta und die Türkei. Bislang trat Chikungunya-Fieber vorwiegend in Afrika, Südostasien, dem indischen Subkontinent und auf den Inseln im Indischen Ozean auf. Nur vereinzelt trugen Touristen das Virus in andere Länder. Seit Dezember 2013 scheint der Erreger sich aber rasant auszubreiten. So haben Gesundheitsbehörden in Süd- und Mittelamerika seitdem rund 1,3 Millionen lokal erworbene Fälle von Chikungunya-Fieber registriert.

 

Einen Impfstoff oder eine gezielte Therapie gegen den Erreger gibt es bisher nicht. »Reisende in warme Gegenden sollten deshalb auf umfassenden Mückenschutz achten– sowohl tagsüber als auch nachts«, rät Jelinek. Tagsüber helfe helle und geschlossene Kleidung eher, die Mücken fernzuhalten, als dunkle. Da Mücken durch dünne Materialien hindurch stechen können, ist es sinnvoll, feines Gewebe zusätzlich mit einem Insektenschutz zu imprägnieren. Für freie Hautstellen empfehlen sich Repellenzien mit dem Wirkstoff DEET (Diethyl-m-Toluamid) in einer Konzentration ab 30 Prozent. /

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