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Hepatitis C

Proteasehemmer Boceprevir überzeugt

17.08.2010
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Von Daniela Biermann / Die zusätzliche Gabe des neuen Proteasehemmers Boceprevir verbessert die antivirale Therapie der Hepatitis C.

 

Zurzeit ist die Kombination von Peginterferon α-2b und Ribavirin über 48 Wochen Standard, doch nicht alle Patienten können geheilt werden. Zudem leiden viele unter zum Teil starken Nebenwirkungen wie Anämien.

Eine Phase-II-Studie (SPRINT-1) konnte nun zeigen, dass die zusätzliche Einnahme von Boceprevir die Heilungschancen verbessert. So waren 67 Prozent der Boceprevir-Gruppe sechs Monate nach Therapieende virusfrei und galten damit als geheilt gegenüber 38 Prozent mit herkömmlicher Therapie, berichten US-amerikanische Wissenschaftler um Paul Kwo von der Indiana University School of Medicine im Fachjournal »The Lancet« (doi:10.1016/S0140-6736(10)60934-8). Noch erfolgreicher war das Medikamententrio, wenn die Probanden zunächst nur die Standardtherapie (»Lead-in«) und erst nach vier Wochen zusätzlich Boceprevir erhielten (76 Prozent). Nach diesem Schema sollen zunächst hohe Steady-State-Konzentrationen der unspezifisch wirkenden Peginterferon und Ribavirin erreicht werden, bevor der Hepatitis-C-spezifische Proteasehemmer Boceprevir hinzukommt.

 

Die Forscher hoffen zudem, dass sich die Behandlungsdauer von 48 auf 28 Wochen verkürzen lässt. So waren immerhin 54 Prozent der Probanden mit Dreiertherapie über 28 Wochen virusfrei, mit Lead-in-Therapie waren es 56 Prozent. An der Studie nahmen insgesamt 520 Patienten aus den USA, Kanada und Europa teil. / 

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