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Anzag baut Osteuropa-Engagement aus

22.07.2008
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Anzag baut Osteuropa-Engagement aus

PZ / Im deutschen Großhandel tut sich einiges. Nachdem die Apothekergenossenschaft Noweda das Familienunternehmen Kapferer übernommen hat, kauft die Anzag den litauischen Pharmagroßhändler Armila.

 

Die Frankfurter Andreae-Noris Zahn AG (Anzag) teilte vorige Woche mit, dass sie 92 Prozent der Aktien des Pharmagroßhändlers JSC Armila in Litauen übernimmt. »Mit der Akquisition von Armila bauen wir unsere Auslandsaktivitäten aus und reduzieren so unsere Abhängigkeit von Schwankungen und Entwicklungen im deutschen Heimatmarkt«, sagte Anzag-Vorstandschef Dr. Thomas Trümper.

 

Die Anzag gehört neben Phoenix, der Celesio-Tochter Gehe und den Genossenschaften Sanacorp und Noweda (gestärkt durch den Kapferer-Kauf) zu den Marktführern im deutschen Pharmagroßhandel. Die Frankfurter stehen derzeit an Nummer zwei hinter Phoenix, die der Unternehmerfamilie Merckle (Ratiopharm) gehört. Nach Akquisitionen in Kroatien und Rumänien baut die Anzag mit dem Armila-Kauf ihr Engagement in Osteuropa aus. Sie will sich strategisch in »ausgewiesenen Wachstumsmärkten« etablieren, um Verluste im deutschen Markt ausgleichen zu können. Schließlich seien die Umsatzrenditen im deutschen Pharmagroßhandel seit Jahren rückläufig und weitere Eingriffe der Politik in das Distributionssystem für Arzneimittel nicht auszuschließen, so Trümper.

 

Konzernergebnis geht zurück

 

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2008 hatte der Großhändler seinen Konzernumsatz mit 2,87 Milliarden Euro um 5,1 Prozent gesteigert, doch das Ergebnis vor Steuern ging von 20,7 Millionen auf 6,2 Millionen Euro zurück. Als Gründe nannte die Anzag die starke Zunahme von Direktbelieferungen von Pharmaherstellern an Apotheken und den »unverändert scharfen Wettbewerb im pharmazeutischen Großhandel«. Den Umfang von Direktbelieferungen bezifferte die Anzag auf inzwischen 16,6 Prozent. Vor allem teure Produkte mit hohen Margen würden über diesen Bestellweg bezogen. Die Anzag beschäftigt knapp 2500 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2007 einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro.

 

Mit Wirkung zum 1. September gehört Armila mehrheitlich der Anzag. Das 1992 gegründete litauische Unternehmen mit Sitz in der Hauptstadt Vilnius erwirtschaftete 2007 mit seinen 105 Mitarbeitern 62 Millionen Euro. Mit einem Marktanteil von 13 Prozent gehört es zu den größten Pharmagroßhändlern in Litauen. Armila beliefert vorwiegend Apotheken und Kliniken.

 

Geschäftsführer ist Remigijus Mielinis. »Mit der Anzag haben wir uns ideal ergänzt«, so Mielinis. »Wir bringen Marktwissen und die Nähe zu unseren Kunden ein. Mit den Kompetenzen der Anzag in den Bereichen Servicequalität und Logistik können wir unseren Weg nun konsequent fortsetzen.«

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