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Symphytum

Kultursorte ohne Pyrrolizidine

26.07.2013
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Von Brigitte M. Gensthaler, München / Beinwell ist eine bewährte Heilpflanze bei stumpfen Traumen und Muskelschmerzen. Problematisch ist ihr Gehalt an Pyrrolizidin-Alkaloiden (PA), die vor allem in der Wurzel vorkommen. Eine PA-freie Sorte, die in Kultur angebaut wird, liefert einen hochwertigen Rohstoff für die Extraktgewinnung.

Von den mehr als 30 Arten der Gattung Beinwell (Symphytum, Boraginaceae) werden vor allem Symphytum officinale und S. x uplandicum medizinisch genutzt. Letzteres ist eine Hybride aus S. officinale und S. asperum, die ursprünglich als Viehfutter gezogen wurde, berichtete Professor Dr. Maximilian Weigend, Direktor der Botanischen Gärten der Universität Bonn, bei einer Pressekonferenz von Komitee Forschung Naturmedizin (KFN) Mitte Juni in München. Wegen der starken Behaarung der Pflanze habe das Vieh diese allerdings schlecht akzeptiert.

Die Hybride hat aus phytomedizinischer Sicht einen deutlichen Vorteil: Sie produziert kaum oder keine Pyrrolizidin-Alkaloide, enthält aber die gewünschten Inhaltsstoffe wie Allantoin (Leitsubstanz) sowie Cholin und Rosmarinsäure in einem komplexen Stoffgemisch. Diese Form wurde als vegetative Sorte weiterentwickelt und 2008 unter Sortenschutz gestellt, berichtete der Botanikprofessor. Damit sich keine Beinwell-Wildformen einkreuzen, wird die Sorte nur über Stecklinge vermehrt.

 

Der Anbau dieser »Hochleistungssorte« erfolgt laut Weigend vor allem in Süddeutschland. Der Frischpflanzenextrakt wird in einem Topikum verwendet. »Nur aus guten Rohstoffen können gute Produkte entstehen, die in guten Studien geprüft werden müssen.«

 

Die wundheilungsfördernde und schmerzlindernde Wirkung des Extrakts aus Symphytum x uplandicum Nyman (Traumaplant®) wurde in mehreren kontrollierten randomisierten Studien belegt. Professor Dr. Christoph M. Schrempp von der Universitätshautklinik Freiburg stellte eine Anwendungsbeobachtung mit 24 Patienten mit leichten akuten Gelenkschmerzen, vor allem im Sprunggelenk vor. Sie massierten das Prüfpräparat sieben Tage lang zweimal täglich am betroffenen Gelenk ein. Laut Schrempp besserten sich die Schmerzen signifikant und die Hautfeuchtigkeit nahm zu. Nur zwei Patienten berichteten über eine vor­übergehende leichte Rötung und Reizung der Haut. /

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