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Apobank

Zurück zum Kerngeschäft

19.06.2012
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Von Daniel Rücker, Düsseldorf / Mit gut 43 Millionen Euro hält sich der Jahresüberschuss der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank) in Grenzen. Im Vorjahr waren es noch 53 Millionen Euro. Dennoch zeigte sich der Vorstandsvorsitzende Herbert Pfennig mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden. Für die Zukunft prognostiziert er einen Aufwärtstrend.

Nach dem sehr schlechten Jahr 2009 hatte sich die Apobank bereits im vergangenen Jahr stabilisiert. »Es ist uns gelungen, die Altlasten in den Griff zu bekommen«, sagte Pfennig bei der Jahreshauptversammlung der Bank am 15. Juni 2012 in Düsseldorf. Im Geschäftsjahr 2011 setzte sich die Aufwärtsentwicklung fort. Pfennig: »Wir haben unser operatives Geschäft auf dem inzwischen wieder stabilen Fundament erfolgreich ausbauen können. Dazu zählt auch, dass wir die Zahl unserer Kunden erneut steigern konnten.« Außerdem habe die Bank im Kerngeschäft wieder zugelegt. Die Anteilseigner können sich zudem über eine Dividende von 4 Prozent freuen.

 

Altlasten abbauen

 

Wie im Jahr 2010 war es auch im vergangenen Jahr vorrangiges Ziel der Bank, Altlasten – also den Bestand an riskanten Papieren – deutlich herunterzufahren. Das ist insgesamt recht gut gelungen. Laut Pfennig belasteten die Bank im Jahr 2009 noch sogenannte toxische Papiere in einem Volumen von 5,5 Milliarden Euro. Mitte 2012 sind es nur noch 2,7 Milliarden Euro.

Die Dividende an die Anteilseigner habe die Apobank mit verdientem Geld bezahlen können, sagte Pfennig nicht ohne Stolz. Als Grund dafür nannte er 13 000 neue Apobank-Kunden und das Wachstum im Kredit- und Anlagengeschäft. 4,2 Milliarden Euro liehen sich die Heilberufler im vergangenen Jahr bei der Apobank neu aus. Mehr als 19 Milliarden Euro haben die Kunden derzeit bei der Bank auf der hohen Kante. Dennoch ging der Zinsüberschuss um 5 Prozent auf 646,7 Millionen Euro zurück. Ähnliches gilt für Provisionen. Hier lag der Überschuss bei 119 Millionen Euro, rund 7 Prozent unter Vorjahr.

 

Das Ergebnis wäre im vergangenen Jahr besser ausgefallen, hätte die Apobank nicht in erheblichem Umfang in den Zukunft investieren müssen. Sie stellt derzeit ihre IT auf das von Genossenschaftsbanken entwickelte System bank 21 um. Rund 180 Millionen Euro wurden hier in den vergangenen drei Jahren investiert. Ab dem kommenden Jahr werden sich laut Pfennig diese Investition amortisieren. 30 Millionen Euro jährlich sollen ab 2013 eingespart werden.

 

Für das laufende Jahr rechnet Pfennig mit einem verhaltenen aber zumindest positiven Ergebnis. Die Kundenzahl sei in den ersten fünf Monaten 2012 weiter gestiegen. Neu ausgeliehen wurden rund 2 Milliarden Euro. Der Zinsüberschuss liegt mit 277 Millionen Euro bis Mai über dem Vorjahr, die Provisionen liegen dagegen unter Vorjahr. Gut entwickelt habe sich dagegen das Wertpapiergeschäft, sagte Pfennig.

 

Offen ist, wie sich die Bankenkrise in diesem Jahr entwickelt und in welchem Umfang die Apobank Risikovorsorge treffen muss. Pfennig kann den exakten Umfang noch nicht beziffern. Vor allem in Spanien lauern Risiken. Dort hält die Apobank strukturierte Finanzprodukte im Volumen von 330 Millionen Euro. Hinzu kommen Forderungen an spanische Banken über 180 Millionen Euro. Da auch wegen des Restrukturierungsprogramms »Vorwerts« die Kosten in diesem Jahr steigen werden, dürfte das Ergebnis 2012 unter dem von 2011 bleiben. Eine Dividende werde es dennoch geben, sagte Pfennig.

 

In diesem Jahr drückt »Vorwerts« noch das Ergebnis. In den folgenden Jahren soll dann eine runderneuerte und modernisierte Bank mehr Gewinn erwirtschaften. Mit Vorwerts soll der Vertrieb vor allem im Privatkundengeschäft verbessert werden. Außerdem will die Apobank Kunden in Zukunft früher und länger an sich binden. Studenten und Ruheständler sollen gezielter angesprochen werden. Pfennig: »Unser Ziel ist es, dass 2020 jeder dritte Student der Heilberufe unser Kunde ist.«

 

Mehr Qualität

 

Außerdem soll das Private-Banking bei der Apobank mit mehr Dienstleistungen attraktiver für die Kunden werden. Teams aus Beratern und Spezialisten sollen die Qualität der Kundenbetreuung weiter erhöhen. Gleichzeitig bedeutet diese Qualitätsoffensive aber auch, dass sich die Bank von einem Teil der jetzigen Mitarbeiter trennen wird.

 

Mit ihrer Strategie will die Apobank das in den vergangenen Jahren verspielte Vertrauen zurückgewinnen. Man habe aus der Vergangenheit gelernt, betonte Pfennig. Die Bank gehöre den Mitgliedern. An deren Interessen müsse sich die Bank orientieren. Die Apobank werde ihr Handeln an den eigenen Fähigkeiten orientieren. Pfennig: »Wir konzentrieren uns auf das, was wir wirklich können.« Keine Bank kenne sich im immer komplexeren Gesundheitswesen besser aus. /

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