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Apobank

Wachstum mit Anlagen

22.04.2015
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Von Daniel Rücker, Frankfurt am Main / Krise? Das war einmal. Nach den schwierigen Jahren 2007 bis 2009 steht die Deutsche Apotheker- und Ärztebank wieder sehr gut da. Ergebnis, Kundenzahl und Rücklagen wachsen deutlich.

»Wir machen reichlich Ernte«, fasste Apobank-Chef Herbert Pfennig bei der Bilanzpressekonferenz am Dienstag in Frankfurt am Main die Entwicklung 2014 und den Start 2015 zusammen. Mit einem Betriebsergebnis vor Steuern von 133,8 Millionen Euro wurde im Jahr 2014 das Ergebnis von 2013 (89,3 Millionen Euro) deutlich übertroffen. Mit 54,5 Millionen Euro lag auch der Jahresüberschuss über dem Vorjahr (2013: 47,4 Millionen Euro), allerdings weniger deutlich als beim Betriebsergebnis.

 

Der Zinsüberschuss stieg mit 698 Millionen Euro trotz niedriger Zinsen um fast 20 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Zugelegt hat die Apobank auch bei den Rücklagen. Von dem guten Ergebnis der Bank profitieren Apotheker und Ärzte, die Anteile an der Bank halten, ordentlich. Pfennig wird der Vertreterversammlung eine Dividende von 4 Prozent vorschlagen.

 

Wachstumsmotor

 

Entscheidenden Anteil an dem guten Verlauf des Geschäftsjahres 2014 hatte laut Pfennig das Anlagegeschäft. »Das ist unser Wachstumsmotor«, sagte der Vorstandssprecher. Mit dem Beratungskonzept Apo pur habe die Bank die Basis für weiteres Wachstum gelegt. Die Angebote für Anleger haben ihren Schwerpunkt im Gesundheitsmarkt. Der Mischfonds Apo Medical Balance investiert vor allem in europä­ische Gesundheitsaktien.

 

Mit den neuen Fonds konnte die Apobank den Umsatz im Anlagegeschäft um 20 Prozent steigern. Beim noch neuen Geschäftsfeld Private Banking geht es ebenfalls bergauf. 13 600 Kunden hat diese Abteilung der Apobank mittlerweile. Das sind 900 mehr als im Jahr 2013. Leichte Sorgen bereitet der Bank die seit einigen Jahren sinkende Zahl selbstständiger Apotheker und Ärzte.

 

Teilweise kompensiert wird der Strukturwandel über Studenten und angestellte Heilberufler. Hier steigt die Zahl der Kunden. Von den insgesamt rund 9000 Neukunden 2014 sind dies immerhin 7000. Bei Pharmazie- und Medizinstudenten hat die Bank nun einen Marktanteil von 15 Prozent. Bis 2018 soll dieser auf 30 Prozent wachsen.

 

Insgesamt hat die Apobank derzeit 382 000 Kundenverbindungen. Auch in den kommenden Jahren dürfte die Zahl der angestellten Heilberufler für weiteres Wachstum sorgen. Von 2009 bis 2013 hat sich deren Zahl um 40 000 erhöht. Angesichts des demografischen Wandels wird sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen.

 

Den schleichenden Rückgang selbstständiger Heilberufler will die Bank anscheinend nicht tatenlos hinnehmen. In diesem Jahr lege die Apobank ihren Fokus auf Existenzgründungen von Heilberuflern, sagte Pfennig. Die Angst vor der Selbstständigkeit nehme zu, sie sei aber nicht rational. Die Finanzierungskonzepte der Apobank seien stark auf die Bedürfnisse junger Heilberufler zugeschnitten. Von 1000 Existenzgründer-Krediten konnten laut einer internen Untersuchung 998 Kredite bedient werden. Dies mache deutlich »wie gering das finanzielle Risiko auf dem Weg in die Selbstständigkeit sein kann«, sagte Pfennig.

 

Finanzvorstand Thomas Siekmann zeigte sich bei der Bilanzpressekonferenz darüber erfreut, dass die Bank den Abbau ihrer riskanten strukturierten Finanzprodukte im vergangenen Jahr vorzeitig abschließen konnte. Die Risikoaktiva hätten sich in den vergangenen Jahren mehr als halbiert, so Siekmann.

 

Und auch beim EZB-Stresstest habe man als zweitbeste deutsche Bank sehr gut abgeschnitten. Die Ratingagentur Moody’s habe der Bank nun in Aussicht gestellt, das langfristige Kredit-Rating um zwei Stufen auf Aa2 anzuheben. /

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