Pharmazeutische Zeitung online

HPV-Impfung auch für Jungen empfohlen

13.06.2018
Datenschutz bei der PZ

Von Daniela Hüttemann / Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Impfung gegen humane Papilloma-Viren (HPV) nun auch für Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Zur Nachholimpfung wird für ältere Jungen bis zum Alter von 17 Jahren geraten.

 

Die Empfehlung und damit die Kostenübernahme gelten allerdings erst nach Veröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin in der Kalenderwoche 34. Einzelne Krankenkassen bezahlen die Impfung für Jungen jedoch jetzt schon. Entsprechend zugelassen sind die Vakzinen bereits seit Längerem. Bislang ließen aber kaum Eltern ihre Söhne impfen. Dabei gehören die Viren zu den häufigsten sexuell übertragenen Erregern.

Bislang galt die Impfempfehlung nur für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren (Nachholimpfung bis 18 Jahre). Die verschiedenen Virussubtypen lösen Genital­warzen aus und können Krebs am Gebärmutterhals, am Penis, im Anal- sowie im Mund-Rachen-Bereich verursachen. Übertragen werden sie durch sexuelle Kontakte. Daher sollen Kinder und Jugendliche vor den ersten Sexualkontakten geimpft werden.

 

»Ohne eine Impfung der Jungen können wir nie eine Herdenimmunität erreichen«, betonte der Medizin-Nobelpreisträger Professor Dr. Harald zur ­Hausen, dessen Forschung Grundlage für die Entwicklung der Impfung war. »Bei HPV schätzen wir, dass etwa 85 Prozent aller Jugendlichen geimpft sein müssen, um die Infektionskette zu durchbrechen. Doch angesichts der in Deutschland skandalös niedrigen HPV-Impfrate von Mädchen, die gerade einmal bei 40 Prozent liegt, sind wir ­meilenweit von einem solchen Gemeinschaftsschutz entfernt.« /

Mehr von Avoxa