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Pro Generika

Verband wirft Geschäftsführer hinaus

15.06.2010
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Von Uta Grossmann, Berlin / Der Vorstand von Pro Generika hat den Geschäftsführer des Branchenverbandes, Peter Schmidt, am vergangenen Freitag mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden.

Details zu den Hintergründen des Rauswurfs wollte der Verband nicht nennen, bezog sich aber in einer Pressemitteilung auf einen Artikel des Handelsblatts vom Vortag.

Die Zeitung hatte berichtet, der Verband habe seinen Widerstand gegen Rabattverträge zwischen Kranken­kassen und Generikaherstellern aufgegeben. Man habe erkennen müssen, dass Gesundheitsminister Rösler an diesem Sparinstrument für die Krankenkassen festhalten wolle.

 

Weiter Nein zu Rabattverträgen

 

Dem widersprach der Verbandsvorstand »ausdrücklich«. Der Verband bleibe bei seiner Haltung, dass Wirkstoff-Ausschreibungen nicht geeignet seien, den Wettbewerb im Generikamarkt nachhaltig zu stärken und dem Ge­sund­heitssystem auf Dauer Einsparungen zu garantie­ren. Eine neue Verbandsstrategie hierzu gebe es nicht. Wirkstoff-Ausschreibungen seien ein »Irrweg, den der Gesetzgeber möglichst schnell verlassen sollte«. Darauf wolle der Verband weiter hinarbeiten. Der Vorstand hat Anne Demberg gebeten, die Interims-Leitung der Geschäfts­stelle von Pro Generika in Berlin zu übernehmen. Demberg war lange Geschäftsführerin der Stadapharm und Direktorin für Strategisches Management/Verbandspolitik bei der Stada AG. Die Mitgründerin des sechs Jahre alten Verbandes war bis 2009 stellvertretende Verbandsvorsitzende.

 

Aufs Glatteis gelockt

 

Peter Schmidt hatte erst kürzlich Ärger, als der Ex-Chefredakteur des Satiremagazins Titanic, Martin Sonneborn, seine freimütigen, nicht zur Veröffentlichung bestimmten Aussagen in den Pausen eines Interviews doch in der Sendung »heute-show« ausstrahlte. Sonneborn handelte sich für sein unfaires Vorgehen eine Rüge von ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut ein.

 

Der Satiriker hatte Schmidt mit der Formulierung gelockt, man bitte um ein Interview für das ZDF und wolle es nach Möglichkeit in einer der »heute«-Sendungen platzieren.

 

ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut rügte die »heute-show«-Autoren und untersagte ihnen, auf irgendeine Weise mit den Marken »heute« und »heute-journal« zu operieren. Schmidt half das nicht – seine nicht der Verbandslinie entsprechenden privaten Meinungsäußerungen waren längst veröffentlicht. /

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