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Konzertabend

Einmal mehr Spitzenklasse

07.06.2011
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Von Christiane Eckert-Lill / Der Montagabend stand auch in diesem Jahr wieder ganz im Zeichen eines Konzerts mit jungen, hochtalentierten Musikern, die beim Bundeswettbewerb »Jugend musiziert« erste Preise gewonnen hatten und von der Bundesapothekerkammer mit Sonderpreisen ausgezeichnet wurden. 2011 waren es die Brüder Wassily Gerassimez (Violoncello) und Nicolai Gerassimez (Klavier) sowie die Sängerinnen Svenja Kallweit und Julia Pschedezki.

Für das Konzert hatte sich der 19-jährige Cellist Wassily Gerassimez die von Bohuslav Martinu komponierten Variationen über ein Thema von Rossini, das Moderato aus der Sonate C-Dur op. 119 von Sergej Prokofiew, sieben Variationen von Ludwig van Beethoven über »Bei Männern, welche Liebe fühlen« sowie Le Grand Tango für Violoncello und Klavier von Astor Piazzolla ausgesucht. Schon die Variationen von Bohuslav Martinu über ein Thema von Rossini ließen aufhorchen. Nicht nur die Technik war brillant, sondern auch die Musikalität.

Den 25-jährigen Bruder nur als Klavierbegleiter bezeichnen zu wollen, wäre fehl am Platze. Die beiden Brüder spielten sich die musikalischen Bälle perfekt zu, sodass sich Klavier und Cello zu einer klanghaften Einheit verwoben. Den gefühl­vol­len Bogenstrich, die schwierigen Doppelgriffe und das fabelhafte Vibrato von Wassily Gerassi­mez konnte man auch bei dem Moderato von Sergej Prokofiew bewundern.

 

Großen Tango erlebten die Zuhörer bei dem vierten Stück der Brüder. Tänzerisch, rhythmisch akzentuiert, von spielerisch leicht bis dramatisch – so präsentierten sie das Stück von Astor Piazzolla. Und man spürte die Begeisterung, mit der die beiden Brüder auf höchstem Niveau musizierten. Welch musikalisches Ausnahme­talent der junge Wassily Gerassimez ist, davon zeugte auch die von ihm selbst komponierte Zugabe »Transitions«, sein Opus 4. Und man fragte sich unwillkürlich, wie er ein solches Werk noch steigern will.

Die beiden Sängerinnen Svenja Kallweit und Julia Pschedezki zeigten mit ihrem vielfältigen Programm, dass sie gute Chancen haben, einmal »Meistersängerinnen« zu werden. Es reichte von Georg Friedrich Händel bis Bedrich Smetana, von Oper zu Operette und von der Arie zum Kunstlied. Sowohl im Duett als auch solo überzeugten sie mit ihren hervorragenden Stimmen, ihrer Gesangstechnik, vor allem aber mit ihrer Interpretation. Sie meisterten weiche, lyrische Passagen ebenso hervorragend wie sie ein strahlendes Forte beherrschten, das durch den Saal trug. Auch wenn dies in einem Konzert naturgemäß nicht ausgespielt werden kann: Die beiden haben ein ausgesprochen großes schauspielerisches Talent.

 

Das Publikum war von dem Konzert begeistert und bedankte sich bei den jungen Künstlern mit sehr viel Applaus. Unterstützt wurde der Abend von der Deutschen Krankenversicherung AG (DKV). /

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