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Krankenversicherungsbeiträge

Vorauszahlen und Steuern sparen

21.05.2014
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Von Doreen Rieck / Durch eine freiwillige Vorauszahlung von Beiträgen zur Krankenversicherung lässt sich die Steuerlast auf ganz legale Art und Weise erheblich mindern. Dabei gibt es allerdings einige Punkte zu beachten.

Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind seit 2010, soweit sie die Grundversorgung betreffen, im Jahr der Zahlung unbegrenzt als Sonderausgaben absetzbar. Weitere Vorsorgeaufwendungen, wie zum Beispiel Beiträge zu privaten Haftpflicht-, Berufsunfähigkeits-, Lebens- oder Unfallversicherungen, bleiben oftmals unberücksichtigt. Denn sie wirken sich nur dann aus, wenn der Höchstbetrag von 2800 Euro bei Selbstständigen beziehungsweise 1900 Euro bei Angestellten noch nicht durch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft wurde. Bei Eheleuten liegt der Höchstbetrag bei 5600 Euro beziehungsweise 3800 Euro.

Steuertrick anwenden

 

Um den Sonderausgabenabzug zu maximieren, können privat Krankenversicherte und Arbeitnehmer, die freiwillig Mitglied in der Gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sind, einen Steuertrick anwenden. Statt nur für ein Jahr, sollten die Krankenversicherungsbeiträge für mehrere Jahre zusammengerechnet in einem Kalenderjahr gezahlt werden. Im Jahr der Zahlung können die Beiträge dann in Höhe der Grundversorgung in vollem Umfang als Sonderausgaben abgesetzt werden. Darüber hinaus wirken sich in den folgenden Kalenderjahren die übrigen Versicherungsbeiträge steuerlich mindernd aus, da der Höchstbetrag nicht durch die Beiträge zur Kranken- und Pflegever­sicherung ausgeschöpft wird. Aber Achtung: Bei Ehegatten darf keiner der Partner in der Gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sein, denn dann funktioniert der Trick wegen der regelmäßigen Zahlungen nicht.

 

Der Gesetzgeber hat die Gestaltungsmöglichkeit erkannt und erlaubt einen Abzug von Beitragsvorauszahlungen zur Krankenversicherung höchstens für das 2,5-Fache des Jahresbeitrags.

 

Beispiel: Ein verheirateter Apotheker zahlt jährlich 7000 Euro Beiträge zur Privaten Krankenversicherung. Davon fließen 6200 Euro in die Grundversorgung, die in voller Höhe steuerlich als Sonderausgaben absetzbar sind. Die Beiträge zu den übrigen Versicherungen, wie etwa Haftpflicht- und Unfallversicherung, betragen jährlich 5600 Euro. Diese Beträge gehen bisher steuerlich verloren, da der abziehbare Höchstbetrag von 5600 Euro bereits durch die Krankenversicherungsbeiträge ausgeschöpft wird.

 

Zahlt der Apotheker die Krankenversicherungsbeträge für 2014 sowie für die nächsten 2,5 Jahre im Voraus, also insgesamt 24 500 Euro (3,5 x 7000 Euro), kann eine enorme Steuerersparnis erzielt werden. Von der Vorauszahlung sind als Grundversorgung 21 700 Euro (3,5 x 6200 Euro) im Jahr der Zahlung als Sonderausgaben abziehbar. In den Jahren 2015 und 2016 können die Eheleute ihre übrigen Versicherungsbeiträge jährlich bis zu 5600 Euro absetzen, im Jahr 2017 wird ein Teil durch die Zahlung der Krankenversicherungsbeiträge für sechs Monate in Höhe von 3100 Euro verbraucht. Immerhin wirken sich in diesem Jahr die übrigen Versicherungen aber noch in Höhe von 2500 Euro aus.

 

Große Ersparnis möglich

 

Das Ergebnis ist beachtlich: Bei einem unterstellten Steuersatz von 40 Prozent kann gegenüber der jährlichen Zahlung der Krankenversicherungsbeiträge so insgesamt eine Steuerersparnis von rund 5500 Euro erzielt werden.

 

Wer das Steuerspar-Modell nutzen möchte, sollte zunächst mit seinem Steuerberater sprechen. Darüber ist es ratsam, rechtzeitig Kontakt mit der Krankenversicherung aufzunehmen, um die konkreten Modalitäten zu klären. Zu beachten ist, dass die Kündigung oder ein Wechsel der Krankenversicherung in dieser Zeit problematisch sein könnte. Darüber hinaus sollte der Krankenversicherer nicht insolvenzgefährdet sein, um nicht Gefahr zu laufen, die Beiträge eventuell zu verlieren. /

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